Jazz Fest Wien: Empirical begeisterten im Porgy & Bess

Starke Töne beim Jazz Fest Wien.
Starke Töne beim Jazz Fest Wien. - © APA (Symbolbild)
Die britische Band Empirical setzte im Rahmen des Jazz Fest Wien Freitagabend auf erfrischendem “Traditionalismus”.

Es sind jetzt doch schon ein paar Jahre, wo man “echten” Jazz beim Jazz Fest Wien eher an der Nebenfront findet – so auch am Freitagabend: Während Burt Bacharach – sicher sehr mainstreamig-ansprechend – seinem Cinemascope-Bigband-Sound in der Staatsoper frönte, begeisterte das britische Quartett Empirical im Porgy & Bess in aller Bescheidenheit mit total erfrischendem “Traditionalismus”.

Empirical, das sind seit immerhin schon 2007 Nathaniel Facey am Altsaxofon, Lewis Wright am Vibraphon, Tom Farmer am Bass und Shaney Forbes am Schlagzeug. Die Formation hat – international viel beachtet – mittlerweile fünf Alben unter Ausschluss der österreichischen Öffentlichkeit produziert, allesamt in einer faszinierenden Fusion von traditionellem und erfrischend schrägem Jazz-Stil. Es ist auch sicher kein Zufall, dass gleich auf dem nach der Band benannten Erstling eine Größe wie Courtney Pine (an der Bassklarinette) mitmischte.

Grandiose Live-Darbietung von Empirical

“Connection” ist das neueste Werk, aus dem auch das Programm des Abends im “Porgy” hauptsächlich bestand: grandiose Nummern – alle “homegrown” -, die den Musikern viel Raum für die Entfaltung ihrer Talente gaben, allen voran Nathaniel Facey mit seinem sehr persönlichen, eindringlichen Saxofon-Ton und Lewis Wright mit oft feinen, bisweilen akrobatischen Läufen an den Vibes; wobei die Rhythm Section Farmer/Forbes dem um nichts nachstand.

Anspieltipps – allesamt aus “Connection” und auch live grandios: “Initiate The Initiations” von Tom Farmer, “Stay The Course” mit einem abgesetzten Saxofon-Lead von Nathaniel Facey mit ungeheurer Spannung zwischen den Noten, “It’s Out Of Your Hands” von Lewis Wright mit einem mitreißendem Vibraphon-Intro und – last, but not least als leider einzige Zugabe – “Anxiety Society”, mit all seinen gegenläufigen Rhythmen und improvisatorischen Parts des Quartetts “einfach” großartig.

(APA, Red.)

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