Jake Bugg live in Wien: Gefühlvoller Auftritt mit magischen Momenten

Wiedersehen mit Jake Bugg in Wien.
Wiedersehen mit Jake Bugg in Wien. - © APA
Der britische Singer-Songwriter Jake Bugg hat den Hype um seine Person gut überstanden. Sein Konzert am Dienstag in Wien ist zwar “aus technischen Gründen” vom Gasometer in die Ottakringer Brauerei übersiedelt, aber der Musiker und seine Fans haben sich auch dort wohlgefühlt.

Bugg spielte einmal mehr ein makelloses und gefühlvolles Konzert – mit einem wirklich magischen Moment.

Wie von Bob Dylan und Neil Young vorgemacht, beide zweifellos Einflüsse auf das Schaffen des Musikers und Songschreibers, begann der 22-Jährige den Abend alleine und akustisch. Schwarze Hose, schwarzes T-Shirt, schwarze Gitarre und schwarze Stimme: Bugg stimmte seinen pechschwarzen Blues der Einsamkeit an, “On My One”, Titelstück des aktuellen Albums, und stellte klar: “I’m just a poor boy from Nottingham.” Hitparaden und Klatschspalten können dem Burschen offenbar nichts anhaben.

Jake Bugg spielte mit Band in Wien auf

Nach intimem Start mit vier Songs legte Bugg zu “Two Fingers” mit Band los. Zu einem Drummer und Bassisten gesellte sich auf dieser Tour ein Keyboarder, der mit einem geschmackvollen Spiel die Lieder um feine Facetten bereicherte. “Darum geht es bei Musik, ums Ausprobieren, etwas zu schaffen, was noch nicht da war”, hatte Bugg in einem Gespräch mit der APA – Austria Presse Agentur betont. “Ich weiß nicht, ob ich dieses Ziel erreiche, aber ich hoffe es.”

Zumindest führt Bugg Rock, Pop, Country und Blues auf zeitlose, ungezwungene Weise zusammen. Da darf ordentlich Krach gemacht (unglaublich stark, kraftvoll und zwingender als die Albumversion: “Bitter Salt” mit treibendem Groove), das Tempo reduziert, auf den Dancefloor gebeten (befeuert: “Gimme The Love”) oder im Edelkitsch (“Never Wanna Be”) geschwelgt werden – das passte alles trotz der stilistischen Vielfalt nahtlos zueinander. Und wenn der Popstar aus Mittelengland ein furioses Gitarrensolo drüberlegte, gab es kein Halten mehr.

Magischer Moment bei Konzert

Der ganz besondere Moment, der ein wirklich gutes Konzerte ausmacht, in dem man sich verliert, wenn man sich den Augenblick nicht mit Handyfilmen verdirbt, war nicht die erwartete Zugabe “Lightning Bolt” oder ein anderes flotte Stück. “Broken” vom Debütalbum, solo am Ende des regulären Sets vorgetragen, brachte kurz die Zeit zum Stillstand, man hielt den Atem an oder sang lautstark mit.

Die ebenso wunderschöne wie introvertierte Ballade fasste alle Qualitäten Buggs zusammen: das Talent, Ängste eines jungen Menschen in verzaubernde Melodien zu kleiden, zu berühren und trotzdem sich nicht anzubiedern.

(APA)

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