Ist der Zeitpunkt gekommen um auf ein Auto mit alternativem Antrieb umzusteigen?

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Ist der Zeitpunkt gekommen um auf ein Auto mit alternativem Antrieb umzusteigen?
Nachdem wir uns ausgiebig damit beschäftigt haben welche Hersteller uns welche Alternativen zu bieten haben, ist nun der Zeitpunkt gekommen um uns zu fragen, ob es denn wirklich sinnvoll ist und vorteilhaft, wenn man heute bereits auf alternative Antriebe umsteigt?


Man nehme als Beispiel den Audi A3 e-tron: Dieser ist bereinigt um die Ausstattung in der Anschaffung gerade mal rund 2500 EUR teurer als ein normaler Audi A3 mit ähnlicher Motorisierung. Wobei sich der Begriff Motorisierung jetzt rein auf die Nennleistung in PS bezieht. So gesehen ist das kein sehr hoher Preis um das eigene grüne Gewissen zu erleichtern. Man könnte versucht sein zu meinen, dass man damit in eine gewisse Vorreiterrolle in der Gesellschaft schlüpfen könnte. Der geringe Aufpreis ist innerhalb weniger Kilometer auch tatsächlich wieder eingespart.

Doch sind diese Alternativen denn wirklich so ökologisch sinnvoll? Angepriesen werden sie uns von allen, egal von welchem Hersteller, als die Zukunft und die Rettung unseres Planeten, da diese Konzepte viel weniger CO2 ausstoßen und wir auch wesentlich weniger Erdöl verbrauchen. Was den Betrieb eines solchen Fahrzeuges betrifft ist das vermeintlich auch richtig. Doch stimmt das wirklich, wenn man in den gesamten Prozess auch die Herstellung und die Entsorgung eines solchen Fahrzeuges miteinbezieht? Eigentlich hat diese Frage noch kein einziger Hersteller wirklich wissenschaftlich beweisen und untermauern können. Bedenkt man, dass ja in einem Hybrid Fahrzeug sowohl ein klassischer Verbrennungsmotor als auch ein Elektromotor mit Energiespeicher eingebaut sind, so entsteht rein logisch bei der Produktion ein Mehraufwand. Dieser zusätzliche Produktionsprozess erzeugt selbstverständlich auch wieder CO2. So wirklich berücksichtig wurde das bisher aber noch nicht. Gehen wir nun einen Schritt weiter, so kommen wir zum Ende eines Autolebens, denn nicht jedes Auto wird ewig am Leben erhalten und ein gepflegter Oldtimer werden. Konnte früher ein Automobil noch relativ einfach zerlegt und seine einzelnen Komponenten entsorgt oder gar recycelt werden, so stellt sich dies in Zukunft etwas schwieriger dar. Schließlich sind in einem solchen Fahrzeug ja nun wesentlich größere Akkus verbaut, welche man nicht einfach so wie altes Blech einstanzen, schmelzen und wieder verwerten kann.

Wie funktioniert das Recycling von Batterien und Akkus?*

„Die Stromspeicher werden in Hochtemperatur-Öfen eingeschmolzen und in ihre verschiedenen Bestandteile getrennt. Das funktioniert mit jeder Form von Batterien und Akkus. Mit Zink-Kohle-Batterien, Alkali-Mangan-Batterien, Nickel-Cadmium-Akkus, Nickel-Metallhydrid-Akkus ebenso wie mit den heute weit verbreiteten Lithium-Manganoxid-Batterien, Lithium-Polymer-Akkus und eben den Lithium-Ionen-Akkus.

Audi A3 Sportback e-tron

Dieser Prozess ermöglicht es, wertvolle Bestandteile der Batterie – Kobalt, Nickel und Kupfer – aus dem Abfall zu lösen und erneut in der Produktion einsetzen zu können. Für die Umwelt wie für die Industrie ist es ideal, wenn möglichst wenige der gesuchten – und extrem teuren – Stoffe unkontrolliert in die Umwelt entweichen.“

Stellt man sich nun vor, wie viele Akkus wir benötigen würden, wenn wir plötzlich alle auf e-Mobilität umsteigen würden, dann kann man sich vorstellen, dass daraus eine neue Industrie entstehen würde. Dies ist auf der einen Seite selbstverständlich sehr erfreulich, da dies auch neue Arbeitsplätze für uns alle bedeuten würde, aber eben für die Umweltbilanz eines einzelnen Hybrid-Fahrzeuges ist das bedenklich. Denn ebenso wie die Erzeugung der zusätzlichen Elektromotoren muss man auch die Produktion und Entsorgung der Akkumulatoren berücksichtigen, um tatsächlich sagen zu können, dass ein solches Fahrzeug unterm Strich wirklich ökologisch sinnvoller ist.

Schlussendlich stellt man fest, dass nun eigentlich mehr Fragen offen sind als zu Beginn, und wir nicht mit reinem Gewissen sagen können, ob es sinnvoll ist, heute bereits auf alternative Antriebe umzusteigen. Hier sind aber die Hersteller und Produzenten in der Pflicht den Beweis zu erbringen, dass die CO2 Bilanz eines solchen Fahrzeuges gesamtheitlich betrachtet tatsächlich besser ist als ein Auto mit herkömmlichem Antrieb. Auch der Gesetzgeber darf hier keine Scheuklappen tragen und rein nur auf den aktuellen CO2 Ausstoß während des Betriebes achten. Es kann nicht in der Pflicht und Verantwortung des Einzelnen liegen diese vielen Faktoren zu berücksichtigen und zu erörtern. Wenn wir aber schon bei einer kritischen Betrachtungsweis der Hintergründe sind, so sollten wir uns auch darüber Gedanken machen was passieren würde, wenn wir am Tag X plötzlich alle Autos mit alternativen Antrieben bewegen würden. Wäre dies denn überhaupt möglich? Lesen sie dazu mehr im nächsten Artikel.

*Quelle: http://www.energieleben.at/toyota-will-lithium-ionen-batterien-recyclen/

Autor und Bildrechte: Mag.(FH) Manfred Erwin Winter und Audi Media Service

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