Islamische Glaubensgemeinschaft: Schakfeh gab Rückzug bekannt

Islamische Glaubensgemeinschaft: Schakfeh gab Rückzug bekannt
Der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), Anas Schakfeh, hat angekündigt, nicht mehr für dieses Amt zu kandidieren.

Beim gemeinsamen Fastenbrechen am Ende des Ramadan in der Hofburg bei Bundespräsident Heinz Fischer erklärte Schakfeh, sich ins Privatleben zurückziehen zu wollen. Außerdem gab er bekannt, dass die Weichen für eine islamisch-theologische Fakultät an der Wiener Universität nun endgültig gestellt seien. Schakfeh ist seit 1999 Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft.

Bei seiner Rede sagte Schakfeh, dass er in seiner Amtszeit vieles erreicht habe. Neben der theologischen Fakultät verwies er auch auf die Einrichtung des Islamischen Friedhofs, der kurz vor seiner Eröffnung stehe. Als Nachfolger wünschte sich Schakfeh einen jungen Vertreter der Glaubensgemeinschaft. Weiters würde eine umfangreiche Verfassungsreform bevorstehen, die eine „sehr moderne“ sein werde. So solle man künftig in jeder Moschee in Österreich die Repräsentanten wählen können.

Über den traditionellen Empfang in der Hofburg zeigte sich Schakfeh sehr erfreut: „So etwas gibt es nur in Österreich.“ Es sei nicht selbstverständlich, dass in einer säkularen Gesellschaft der Dialog mit den Religionsgemeinschaften gepflegt werde. „Dieser Empfang bedeutet, wir werden wahrgenommen.“ Denn die Muslime salonfähig zu machen, so Schakfeh, sei nicht etwas Selbstverständliches gewesen.

Schakfeh bekannte sich außerdem zu den Werten dieser Republik, etwa dass diese auf einer christlich-historisch gewachsenen Kultur aufbaue. „Das haben wir nie infrage gestellt.“ Man wolle auch niemanden verdrängen oder auch nur belästigen. „Wir respektieren diese Gesellschaft sehr gut.“ Schakfeh beteuerte, dass sich der Islam in Österreich auf einem Weg befinde, der aber noch nicht zu Ende sei.

Fischer nannte es als eines seiner Grundprinzipien, den Dialog mit allen Glaubensgemeinschaften zu führen. Er würdigte u. a. das soziale Engagement der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Nur indem man helfe, Lösungen für Probleme zu finden, könne man Radikalismen fernhalten. Der Bundespräsident mahnte aber auch ein, dass man an Rechten und Pflichten gleich teilhaben müsse und auch die Verfassung zu akzeptieren habe. Menschen, die um Asyl ansuchen, müsse fair begegnet werden, „ich glaube, dass das irgendwann zurückkommt“. Werte, die Fischer weiters von den Muslimen verlangte, sind Demokratie, Rechtsstaatlichkeit sowie Gleichberechtigung für Männer und Frauen. „Das sind Dinge, die uns sehr wichtig sind.“ Fischer setzt nun auch Hoffnung in die soeben eingerichtete Integrationspattform.

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