IS-Anschlag nahe Moschee in Kabul: Mindestens sieben Tote

Bei einem Selbstmordanschlag der jihadistschen Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nahe einer schiitischen Moschee in der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mindestens sieben Menschen getötet worden. Das geht aus einer Meldung der italienischen Organisation Emergency hervor, die in der Nähe des Anschlagsorts eine bekannte Klinik betreibt.

Ihr zufolge waren sechs der zu ihnen gebrachten Anschlagsopfer bei der Einlieferung tot. Nach Angaben eines Augenzeugen, der in der Moschee in dem Wohnviertel Kala-e Fatullah gebetet hatte, war auch einer der beiden Attentäter getötet worden. Er starb, als er eine Sprengstoffweste zündete.

Emergency allein behandelt derzeit 27 Verletzte. In staatliche Kliniken sollen nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens weitere zehn Verletzte gebracht worden sein. Der Sprecher des Innenministeriums, Najib Danish, hatte zuvor von fünf toten Zivilisten gesprochen. Ihm zufolge wurden 20 Menschen verletzt.

Aus einer Stellungnahme des Innenministeriums ging am Abend (Ortszeit) hervor, dass der Selbstmordattentäter sich als Schäfer verkleidet hatte, samt Herde. Polizisten hätten ihn entdeckt, bevor er die Moschee erreichen konnte, so dass er seine Bombe vorzeitig zündete. Auf sozialen Medien waren Fotos von toten Schafen zu sehen. Drei Verdächtige seien festgenommen worden, meldete das Ministeriums.

Der IS bezeichnete sich als Urheber des Anschlags und sprach von einer Märtyrertat. Anders als in vielen muslimischen Ländern gibt es in Afghanistan keine Geschichte blutiger Fehden zwischen Sunniten und Schiiten. Aber seit dem Aufkommen des sunnitischen IS 2015 sind Schiiten zunehmend Ziel brutaler Angriffe, oft auf Betende während hoher Feiertage. Derzeit bereitet sich die schiitische Minderheit auf Ashura vor – wichtige Trauertage.

(APA/dpa)

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