Iraschko-Stolz gewinnt Skisprung-Gesamtweltcup

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Daniela Iraschko-Stolz krönt ihre erfolgreiche Karriere
Daniela Iraschko-Stolz krönt ihre erfolgreiche Karriere
Daniela Iraschko-Stolz ist seit Freitagabend Österreichs erste Damen-Skisprung-Weltcup-Gesamtsiegerin. Die 31-jährige gebürtige Steirerin erfüllte ihre Pflichtaufgabe im letzten Saisonbewerb in Oslo mit Rang fünf ziemlich souverän, da schon ein 19. Platz in der Endabrechnung gereicht hätte. Die japanische Tagessiegerin Sara Takanashi rückte ihr im Finish noch bis auf 34 Punkte nahe.


“Ich war schon sehr angespannt und habe nicht das allerletzte Risiko genommen, um um den Sieg mitspringen zu können. Ich bin aber total zufrieden, wie es gelaufen ist. Am Schluss ist es noch recht knapp, spannend gewesen, aber genau so soll es sein”, sagte Iraschko-Stolz. Den Weltcup-Gesamtsieg stellt sie über die Olympia-Silber-Medaille in Sotschi 2014 sowie WM-Gold 2011 in Oslo. “Sportlich gesehen hat es sicher den höchsten Stellenwert, was man als Athlet überhaupt erreichen kann”, betonte die leidenschaftliche Fußballerin.

Die Trophäe werde daher zu Hause in Tirol einen Ehrenplatz bekommen. “Ich muss daheim ein neues Kästchen kaufen, damit das wirklich einen gescheiten Platz bekommt”, sagte Iraschko-Stolz, die die lange Pause nach der WM etwas aus dem Konzept gebracht hatte.

Die mit einem 89-Punkte-Polster auf Takanashi in den letzten Saisonbewerb gegangene ÖSV-Athletin musste im ersten Durchgang eine Schrecksekunde überstehen, verpatzte sie doch bei 125 Metern die Landung und griff beinahe in den Schnee. Dank einem 123-Meter-Satz samt gutem Aufsprung machte sie im Entscheidungsdurchgang von Platz acht weg noch Boden gut.

“Die Erleichterung ist sehr groß. Sie war im Vorfeld extrem nervös, hat im ersten Durchgang fast in den Schnee gegriffen, was ihr unter Umständen noch den Sieg kosten hätte können. Dann hat sie ihre Routine ausgespielt und fast noch einen Stockerlplatz geholt. Das passt schon, wir sind sehr zufrieden”, analysierte ÖSV-Damen-Cheftrainer Andreas Felder.

Vor allem dank fünf Siegen und fünf weiteren Podestplätzen von Iraschko-Stolz sicherte sich Österreich mit 1.970 Punkten auch den Nationencup vor Japan (1.638) und Deutschland (1.481). Zum Abschluss schafften auch Eva Pinkelnig (10./221,4) und Jacqueline Seifriedsberger (14./212,3) noch einmal einen Top-15-Platz. Chiara Hölzl hatte hingegen als 31. den Entscheidungsdurchgang verpasst.

In der Gesamtwertung konnten neben Iraschko-Stolz (1.007) auch Pinkelnig in ihrer Premierensaison als Siebente (408) sowie Seifriedsberger mit Platz neun (370) überzeugen. Hölzl belegte Rang 17 (185). “Es war eigentlich das Ziel, von unserem Miniteam wegzukommen und mehr Damen vorne reinzubringen. Das ist sehr gut geglückt”, lautete das positive Saisonresümee von Felder.

Takanashi hatte in Oslo schon nach dem ersten Durchgang auf der Großschanze am Holmenkollen geführt und setzte sich mit 263,8 Punkten vor der US-Amerikanerin Sarah Hendrickson (257,1), die im zweiten Durchgang mit 128,5 Metern die Tageshöchstweite erzielte, und der Kanadierin Taylor Henrich (250,4) durch. Iraschko-Stolz (237,0) landete unmittelbar hinter der deutschen Weltmeisterin Carina Vogt (239,5) auf Rang fünf.

Die ersten Feierlichkeiten von Iraschko-Stolz fanden noch im Schanzenbereich in Oslo statt. “Wir wollen das Flair da noch einmal genießen”, freute sich eine erleichterte Bronze-Medaillen-Gewinnerin von Falun.

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