Iran: Präventivschlag nicht ausgeschlossen

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Deutscher Terrorismus-Experte Rolf Tophoven schließt Präventivschläge der USA und Israels gegen den Iran nicht aus, falls Bemühungen um eine Lösung des Atomkonflikts scheitern sollten. Was darf Iran?

„Der Iran dreht bewusst an der Schraube der Eskalation“, sagte der Chef des Essener Instituts für Terrorismus-Forschung und Sicherheitspolitik in einem Interview für die Wiener Gratiszeitung „Heute“. Wenn der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad dem Westen drohe, „meint er das ernst. Der Mann ist gefährlich“, so Tophoven.

Er bezweifle, dass Ahmadinejad auf einen diplomatischen „Schulterschluss“ der Gegner des iranischen Atomprogramms reagiere. „Sollten die Bemühungen scheitern, schließe ich US-Luftschläge oder einen Präventivschlag Israels nicht aus“, sagte Tophoven. Eine militärische Intervention würde den Iran „noch stärker zum Brandbeschleuniger des internationalen Terrors machen.“ Für Europa sei die Gefahr viel größer als für die USA „denn Dutzende ’weiche’ Ziele in Europa können mit weniger Aufwand angegriffen werden“.

Blix: “Iran in die internationale Gemeinschaft zurückholen”

Im Nuklearstreit mit dem Iran hat der frühere Chef der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO), Hans Blix, vor einer sofortigen Einschaltung des Weltsicherheitsrats gewarnt. Der Westen müsse sich mehr darum bemühen, den Iran in die internationale Gemeinschaft „zurückzuholen“, sagte Blix am Montag im britischen©Rundfunksender BBC. Die derzeitigen Überlegungen für Beratungen im Sicherheitsrat brächten einen „immer dramatischeren Ton“ in den Konflikt. „Der Westen wird wie ein Papiertiger aussehen, wenn er das (die Einschaltung des UNO-Sicherheitsrates, Anm.) jetzt unterlässt.“ Der Schwede Blix war der Vorgänger des jetzigen IAEO-Chefs Mohammed el Baradei.

Der Atomstreit sollte am Montag auch Thema eines Diplomatentreffens in London sein. Zu der Begegnung wurden Vertreter der fünf Ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates (USA, Russland, China, Großbritannien und Frankreich) sowie Deutschlands erwartet. Deutschland ist zusammen mit Großbritannien und Frankreich Mitglied einer Dreiergruppe, die sich im Auftrag der EU um eine Lösung des Konflikts bemüht.

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