Irak: Explosion in Bagdad

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Irak: Explosion in Bagdad
Zwei irakische Zivilisten sind in der Hauptstadt Bagdad bei der Explosion einer am Straßenrand deponierten Bombe getötet worden. Der Polizeiangaben zufolge sind drei weitere Zivilisten verletzt worden.

Drei weitere Zivilisten seien verletzt worden, als der Sprengsatz im Karada-Bezirk der Hauptstadt explodierte, teilte die Polizei mit. Weil zu Mittag das amtliche Ergebnis der irakischen Parlamentswahl bekannt gegeben werden sollte, hatte das Innenministerium die Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Die Kundmachung der Ergebnisse der Wahlen vom 15. Dezember sind bereits mehrmals verschoben worden.

Hochspannung wegen Wahlergebnisse

Die irakischen Sicherheitskräfte haben am Freitag die Zufahrtsstraßen zu mehreren Städten blockiert, um Ausschreitungen nach der geplanten Kundmachung des Ergebnisses der Parlamentswahlen vom 15. Dezember zu verhindern. Der regierungsnahe TV-Sender Al-Irakiya berichtete, Ramadi, Najaf, Tikrit, Samarra und Bakuba würden für 48 Stunden abgeriegelt. Die Wahlkommission wollte noch am Freitag nach mehrmaliger Verzögerung die amtlichen Resultate der Parlamentswahl bekannt geben.

Die Kommission hatte bereits kurz nach der Wahl erste Ergebnisse veröffentlicht, die jedoch von mehreren Parteien in Zweifel gezogen wurden. Daraufhin fand eine Überprüfung statt, die Ergebnisse aus 227 Wahlbezirken wurden für ungültig erklärt. In dem Bericht der internationale Beobachter für die irakischen Wahlen, der am Donnerstag in Bagdad veröffentlicht worden war, heißt es dazu, die Ergebnisse in 227 Bezirken für ungültig zu erklären, ohne eine Neuwahl in den betroffenen Gebieten abzuhalten, „ist eine bedauerliche Entscheidung“.

Die 800 Beobachter erklärten außerdem, die Wahlkommission habe nicht genug Mitarbeiter und Finanzmittel gehabt, um allen Hinweisen nachzugehen. In einigen Fällen hätten Angehörige der Sicherheitskräfte zwei Mal ihre Stimme abgegeben, andernorts seien Wähler eingeschüchtert oder Urnen entwendet worden. Beeindruckend sei dagegen die trotz der schlechten Sicherheitslage hohe Wahlbeteiligung gewesen.

Nach den ersten inoffiziellen Resultaten liegt das Bündnis der religiösen Schiiten-Parteien „Vereinigte Irakische Allianz“, das von dem pro-iranischen „Obersten Rat für die Islamische Revolution im Irak“ (SCIRI) unter Abdulaziz al-Hakim dominiert wird und 132 von 275 Parlamentssitzen belegt, in Führung.

An zweiter Stelle kommt das Wahlbündnis der großen Kurdenparteien mit 50 Sitzen, gefolgt von dem Sunniten-Bündnis mit 42 Mandaten. Den vierten Platz belegte die Allianz des säkularen Schiiten von Ex-Übergangs-Premier Iyad Allawi.

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