Internationaler Suchtgiftring im Innviertel gesprengt

Drogenfahnder aus den Bezirken Braunau und Ried haben acht international agierende Händler und Schmuggler von Crystal Meth und Substitol-Tabletten im Innviertel dingfest gemacht. Anstoß für die Ermittlungen war die Einlieferung eines 24-Jährigen wegen einer Überdosis im Juni ins Spital in Braunau. Inzwischen wurden die teils vorbestraften Verdächtigen festgenommen, teilte die Polizei OÖ mit.

Kopf der Bande dürfte ein 29-Jähriger sein, der zwischen August des Vorjahres und Juli immer wieder die Suchtmittel von der tschechischen Grenze in das Innviertel gebracht hat. Als Lager diente ihm ein Hotelzimmer in Braunau, von dort belieferte er seine Abnehmer. Um neue Kunden zu gewinnen, verteilte er besonders an Jugendliche “Gratis-Proben”. Der Straßenverkaufswert seiner Ware betrug mindestens 100.000 Euro.

Weitere Ermittlungen führten dann zu einem 34-jährigen Cousin des Hauptverdächtigen. Dieser wiederum bezog seinen Stoff von einem weiteren Verwandten auf Kommission mit dem Auftrag, es im Rotlichtmilieu zu verkaufen. Auch zwei in Oberösterreich lebende Rumänen gehörten zu der Bande.

Als Hauptbezugsquelle forschten die Drogenfahnder einen in Bayern lebenden 28-jährigen Italiener aus. Als es zwischen ihm und den beiden Rumänen über den Abnahmepreis zu Streitereien kam, beschloss das Duo gemeinsam mit einem Türken den Lieferanten auszurauben. Vorher klickten allerdings die Handschellen, denn die Polizei war schon an dem Suchtgiftring dran.

Bei mehreren Hausdurchsuchungen im Innviertel und in Niederbayern wurden zum Verkauf vorverpacktes Crystal Meth, aber auch Heroin, Marihuana sowie Bargeld, Schlagringe und Schreckschusspistolen sichergestellt. Der Kreis der Verdächtigen wuchs auf acht Personen, fünf von ihnen sitzen bereits in U-Haft. 60 Personen aus dem Innviertel wurden wegen Suchtgiftmissbrauchs angezeigt.

(APA)

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