International gesucht: 21 Verdächtige von BK-Zielfahndern im Jahr 2017 geschnappt

Die Zielfahnder des BK konnten 2017 21 Verdächtige festnehmen.
Die Zielfahnder des BK konnten 2017 21 Verdächtige festnehmen. - © APA (Symbolbild)
Im Jahr 2017 wurden 21 mit internationalem Haftbefehl geusuchte mutmaßliche Straftäter von den Zielfahndern des Bundeskriminalamtes (BK) festgenommen. Darunter waren auch aufsehenerregende Fälle wie der des Kindesmissbrauchs beschuldigte Judo-Doppelolympiasieger Peter Seisenbacher, der “Schlächter von Pakistan” und der Grazer “Halsketten-Räuber”.

Durchschnittlich sei an jedem 17. Tag einen Festnahme durch die Spezialtruppe erfolgt, zog das Bundeskriminalamt am Donnerstag Bilanz über das Jahr 2017.

Raub, Mord, Missbrauch: BK-Zielfahnder im Einsatz

Die am schwersten wiegenden Anschuldigungen: In jeweils sechs Fällen ging es um den Vorwurf des Mordes bzw. des schweren Raubes, je zwei drehten sich um Mordversuche bzw. schwere Betrugshandlungen, jeweils ein Fall um Drogen bzw. Kindesmissbrauch. 17 männliche und eine weibliche Verdächtige wurden im Ausland ausfindig gemacht. Im Inland nahmen die Ermittler drei Gesuchte fest. Für die Ermittler sei das vergangene Jahr damit besonders erfolgreich gewesen, sagte BK-Sprecher Vincenz Kriegs-Au. Im Jahr zuvor hatte sich die Anzahl der Festnahmen auf 16 belaufen. Seit dem Gründungsjahr wurden nunmehr 214 sogenannte Zielpersonen geschnappt.

Die spektakulärsten Fälle 2017

Die spektakulärsten Fälle 2017: Im Mai wurde ein Verdächtiger nach acht Jahren Flucht im Kosovo festgenommen. Er soll im April 2009 versucht haben, einen Wiener Kriminalbeamten bei einer Kontrolle mit einem Messer zu töten. Der Beamte überlebte durch einen glücklichen Zufall. Olympiasieger Seisenbacher wurde im August in Kiew festgenommen. Er steht im Verdacht, von 1997 bis 2004 mehrere Unmündige sexuell missbraucht zu haben. Der Ex-Sportler befindet sich nach wie vor in der Ukraine und kämpft mit allen rechtlichen Mitteln gegen eine im Oktober von der Migrationsbehörde verordnete Verpflichtung zur Ausreise.

Ebenfalls im August wurde der “Halsketten-Räuber” in Bukarest (Rumänien) gestellt. Der Mann soll in Graz sieben ältere Frauen brutal überfallen haben. Im September wurde ein Somalier, dem ein äußerst brutaler Mordversuch in Schweden angelastet wird, unter falschem Namen als Asylwerber in Wien ausgeforscht. Im Oktober erfolgte die Festnahme eines von der pakistanischen Polizei auf der “Most Wanted”-Liste geführten Mannes, der in dem südasiatischen Land als Auftragskiller rund 70 Menschen gegen Bezahlung getötet haben soll.

(APA/Red)

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