Insolvenz bei traditionsreichem Leuchtenbauer Kolarz aus Wien

Traditionsreicher Wiener Leuchtenbauer Kolarz insolvent
Traditionsreicher Wiener Leuchtenbauer Kolarz insolvent - © BilderBox.com (Sujet)
Rund 8,5 Mio. Euro Schulden: Der traditionsreiche Wien-niederösterreichische Leuchtenhändler und -bauer Kolarz ist insolvent, soll aber fortgeführt werden.

Am Donnerstag hat das Unternehmen beim Landesgericht Wiener Neustadt einen Antrag auf die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung und auf Annahme eines Sanierungsplan gestellt. Das teilte der Gläubigerschutzverband Creditreform mit.

Wiener Leuchtenbauer Kolarz insolvent

Die Überschuldung beläuft sich auf rund 8,5 Mio. Euro. Die Passiva betragen knapp 12,8 Mio. Euro, die Aktiva rund 4,3 Mio. Euro. Die unbesicherten Verbindlichkeiten betragen APA-Informationen zufolge knapp 9,7 Mio. Euro. Hauptgläubiger sind Banken mit 4,9 Mio. Euro.

Laut KSV 1870 und Creditreform sind rund 120 Gläubiger betroffen. Als Insolvenzursachen werden Umsatzrückgänge vor allem in Osteuropa und in Russland auch aufgrund der Ukraine-Krise genannt. Künftig will sich die Firma auf die DACH-Region, also Österreich, Deutschland und die Schweiz konzentrieren. Auch die Kosten sollen gedrückt werden.

1918 als Lampenschirmmanufaktur gegründet

Das Unternehmen wurde ursprünglich 1918 als Lampenschirmmanufaktur gegründet und beschäftigt sich mit der Produktion und dem Handel von und mit Beleuchtungskörpern. Die Auslandstöchter sind nicht von der Insolvenz betroffen. Die gesamte Gruppe beschäftigt 100 Mitarbeiter, bei der Schuldnerin selbst sind es derzeit 33. Betriebsrat gibt es keinen.

Das EGT (Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit) des Unternehmens fiel 2014 und 2015 jeweils mit rund minus einer Million Euro negativ aus. Auch heuer wurde in den ersten acht Monaten ein Minus erwirtschaftet. Während es 2014 noch eine Steigerung der Betriebsleistung auf 11,8 Mio. Euro gab, brach diese 2015 auf 8,3 Mio. Euro ein. Beim Umsatzeinbruch 2014 und 2015 spielt der Rubel-Verfall eine Rolle.

Der Sanierungsplan sieht 20 Prozent binnen zwei Jahren ab der erhofften Annahme des Sanierungsplanes vor.

(apa/red)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen