Independence Day: Wiederkehr – Trailer und Kritik zum Film

Akt.:
Independence Day: Wiederkehr – Trailer und Kritik zum Film
Sie sind wieder da: Nachdem die Erde im Jahr 1996 beinahe ausgelöscht wurde, fast die Hälfte der Bevölkerung ihr Leben lassen musste und die Menschheit nur knapp gegen außerirdische Invasoren die Oberhand behielt, ist es wieder soweit.

Roland Emmerich beschwört in der  selbstironischen Materialschlacht “Independence Day: Wiederkehr” erneut eine Bedrohung aus dem All.

Independence Day: Wiederkehr – Die Handlung

Viel hat sich verändert, seit die Welt 1996 kurz vor dem Abgrund stand: Die Abwendung des Untergangs hat zum allgemeinen Frieden rund um den Globus geführt. Zudem kann man mittlerweile dank der Alien-Technologie auf allerlei neues Spielzeug zurückgreifen, was sich nicht zuletzt in deutlich durchschlagskräftigeren Abwehrmechanismen – inklusive einer Mond-Station – ausdrückt, sondern auch im Aussehen von Washington DC. Denn eines ist klar: Auch wenn man mittlerweile an einem Strang zieht, das Heft in der Hand haben sichtlich die USA.

Der überbordende Patriotismus des ersten Teils ist mittlerweile aber einer ganz allgemein-pathetischen Note gewichen, die quasi im Minutentakt der emotionalen Klaviatur entlockt wird. Menschen neigen offenbar im Angesicht der Gefahr dazu, ihre tiefsten Gefühle zu offenbaren. Denn nachdem man zu Beginn herausfindet, was mit altbekannten Charakteren passiert ist (so ist etwa Hauptdarsteller Will Smith nicht mehr mit von der Partie) und an neue Gesichter gewöhnt wird, dauert es nicht lange, bis sich wieder ein Schatten über die Erde legt. Der ehemalige Präsident Thomas Whitmore (Bill Pullman) wird nicht umsonst von Albträumen geplagt. Und wie es sich gehört, kann auch die neu gefundene Abwehrstärke zunächst wenig auszurichten gegen die altbekannten Feinde.

“Das ist definitiv viel größer als das letzte Mal”, ist die passende Schlussfolgerung von Wissenschafter David Levinson (Jeff Goldblum), als er sich dem gigantischen Raumschiff gegenübersieht. Schon steckt man mittendrin in dem vor allem bildgewaltigen Abwehrkampf, der ganz nach der Hollywood-Maxime “Es geht immer größer” konzipiert wurde. Die Außerirdischen haben nämlich ihre Vorliebe für das Zerstören von Wahrzeichen keinesfalls abgelegt, werden doch beispielsweise der Burj Khalifa oder die Tower Bridge in London in ihre Einzelteile zerlegt.

Independence Day: Wiederkehr – Die Kritik

Der glorreiche Plan, wie der Katastrophe zu entkommen ist, dient nur als eine von vielen Rückbesinnungen auf den ersten Teil. Emmerich und sein Team haben Spaß daran, ganze Sequenzen zu zitieren und allerlei Seitenhiebe auf das Original zu verteilen. Darin steckt im Unterschied zur nicht vorhandenen, inhaltlichen Logik auch die Stärke von “Independence Day: Wiederkehr”: Man nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Besonders Goldblum darf sein Können für trockene Witze und slapstickhaft-anmutende Zwischenspiele ausleben. Neu zum Cast hinzugestoßene Darsteller wie Liam Hemsworth als Kampfpilot Jake Morrison oder Maika Monroe als Präsidenten-Tochter Patricia Whitmore zeigen ebenfalls solide Leistungen. Und da jedem Katastrophenfilm ein verrückter Wissenschafter gut steht, kann Brent Spiner als Dr. Brackish Okun wieder zur Höchstform auflaufen.

All diese Aspekte täuschen aber nur mit sehr viel Wohlwollen darüber hinweg, dass sich das Autorenteam um Emmerich, Dean Devlin und Nicolas Wright einfach austoben wollte und dafür jeglichen Versuch, eine konsequente Handlung zu konzipieren, opferte. Viel mehr fährt man immer mächtigere Geschütze auf (die im Falle einiger Raumschiffmodelle auch vom Wiener Designstudio Wideshot entworfen wurden), um folglich größere Explosionen auf die Leinwand zu bannen. Dass einige Charaktere offenbar nur für bestimmte Kinomärkte oder amüsante Bonmots Kamerazeit erhielten, stößt ebenfalls ungut auf.

Am Ende bleibt “Independence Day: Wiederkehr” aber genau das, was der Film aufgrund seiner Vorgeschichte verspricht: Kurzweiliges, mitunter ziemlich sinnentleertes Popcorn-Kino, das durch optischen Bombast und reichlich Humor ziemlich kritikresistent auftritt. Emmerich hat für Fans des ersten Teils ordentlich Nostalgie draufgepackt und wird wohl auch neue Publikumsschichten anbohren können. Ob dem deutschen Regisseur damit aber ein ähnlicher Erfolg wie vor 20 Jahren gelingen wird, bleibt abzuwarten.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Independence Day: Wiederkehr”

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen