In Warth ist „alles offen“

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Auf die am Sonntag zu wählende neue Gemeindevertretung warten große Herausforderungen – vor allem das Problem Dorfplatzgestaltung. Auf die am Sonntag zu wählende neue Gemeindevertretung warten große Herausforderungen – vor allem das Problem Dorfplatzgestaltung. - © stp
Prognosen unmöglich, bei der Neuwahl der Gemeindevertretung ist am Sonntag „alles offen“.

Warth. (stp) Im Februar hat Warths Bürgermeister Gebhard Fritz das Handtuch geworfen, daraufhin trat die gesamte Gemeindevertretung geschlossen zurück und machte den Weg für Neuwahlen frei, die am kommenden Sonntag stattfinden werden.

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125 Kandidaten

Bis wenige Minuten vor Ablauf der Frist lag für diese Wahl eine Liste „Heimat Warth“ mit nur sechs Kandidatinnen und Kandidaten für die neun Sitze im Gemeindeparlament vor, dann zog Listenführerin Isolde Strolz die Liste zurück. Damit war der Weg frei für eine echte Mehrheitswahl, den Wartherinnen und Warther wird am Sonntag eine Liste mit allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die das passive Wahlrecht haben, vorliegen. Bei 172 Einwohnern sind 151 wahlberechtigt, davon wiederum haben 125 das passive Wahlrecht.

Direkte Demokratie

Mit dieser Form der direkten Demokratie sind am Ende jene neun Wartherinnen und Warther gewählt, die es auf die meisten Stimmen gebracht haben. Nach dem in letzter Minute erfolgten Rückzug einer Liste und der damit ermöglichten Mehrheitswahl sind Prognosen über den Ausgang praktisch unmöglich geworden, weil sich alle möglichen echten Kandidaten auf ein Mandat bedeckt halten. Wie der bisherige Vizebürgermeister Markus Strolz. Selbst wenn er in den Kreis der neun Gemeindevertreter gewählt werden sollte, lässt er sich die Möglichkeit offen, das Mandat auch abzulehnen. Nur ein ganz klarer Vertrauensbeweis für seine Person könnte ihn umstimmen, denn eigentlich sei er im Februar nicht aus Jux und Tollerei zurückgetreten, sondern deswegen, weil eine konstruktive Zusammenarbeit kaum mehr möglich war.

Nicht als Bürgermeister

Dass er das Amt des Bürgermeisters übernehmen könnte, hat Markus Strolz stets ausgeschlossen und hat dies im Gespräch mit der VN – Heimat wenige Tage vor der Wahl neuerlich bekräftigt. Mitarbeit in der künftigen Gemeindevertretung sei aber denkbar. Der zurückgetretene Bürgermeister Gebhard Fritz war in den vergangenen Tagen nicht erreichbar. Er weile auf Erholungsurlaub, hieß es dazu aus dem Gemeindeamt. Ob er durch ein entsprechendes Votum am Sonntag zum „Rücktritt vom Rücktritt“ bewegt werden könnte (wie sich dies ein Teil der Bevölkerung durchaus vorstellen kann), hat Fritz selbst bisher ausgeschlossen. Wie sich die Mitglieder der zurückgezogenen Liste „Heimat Warth“ nach diesem Schritt weiter verhalten werden, ist offen. Auch hier gilt der Grundsatz: „erst wählen, dann entscheiden“.

Handlungsfähigkeit

Unabhängig von Personen – eine handlungsfähige Gemeindevertretung ist in Warth dringend vonnöten, stehen doch weit reichende Weichenstellungen für die Zukunft an. Das Räumliche Entwicklungskonzept, an dem sich der Konflikt maßgeblich entladen hatte, steht für das künftige Gemeindeparlament ganz oben auf der Liste dringlicher Entscheidungen.

Bauvorhaben

Auch die Verbindung der Skigebiete – in erster Linie zwar Angelegenheit der Liftgesellschaften – erfordert eine handlungsfähige Gemeindevertretung. Bauvorhaben (wie die Erweiterung und Modernisierung der „Steffisalp“) nicht minder. Und dann wäre da noch die seit Jahren „größte Baustelle“ der Gemeinde, die Neugestaltung des Dorfplatzes samt Errichtung einer Tiefgarage unter Einbeziehung des ehemaligen Bankgebäudes und vor allem des seit längerer Zeit leer stehenden Hotels „Biberkopf“, das ebenfalls neu gebaut werden soll. Am Sonntag soll feststehen, wer diese großen Herausforderungen für den Rest der Legislaturperiode (die Wahl der Gemeindevertretung, des Vorstandes und Bürgermeisters gilt nur für den Rest der Periode bis April 2015) anpacken wird.



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