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Impfplan Österreich 2018: Alle Informationen zu Schutzimpfungen

Der neue Impfplan 2018 wurde beim Österreichischen Impftag vorgestellt
Der neue Impfplan 2018 wurde beim Österreichischen Impftag vorgestellt ©Pixabay (Sujet)
Beim Österreichischen Impftag am Samstag wurde der neue "Impfplan Österreich 2018" in Wien präsentiert, der vor allem für eine Senkung des Erkrankungsrisikos bei Keuchhusten, Masern und Influenza durch höhere Durchimpfungsraten plädiert.

“Schutzimpfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen. Geimpfte sind im Regelfall vor der entsprechenden Krankheit geschützt. Zudem können Krankheiten, die nur von Mensch zu Mensch übertragen werden, z.B. Poliomyelitis, Hepatitis B, Masern oder Keuchhusten bei einer anhaltend hohen Durchimpfungsrate eliminiert werden”, heißt es in der Vorbemerkung der vom Gesundheitsministerium neu herausgegebenen Empfehlungen.

Neuer Impfplan 2018 beim Österreichischen Impftag vorgestellt

Woran es in Österreich mangle: “Die derzeitige epidemiologische Situation in Österreich erfordert vor allem Anstrengungen zur Reduktion des Erkrankungsrisikos an Keuchhusten und Masern. Influenza verursacht mit der fast jedes Jahr auch in Österreich auftretenden Epidemie bis zu 1.000 Todesfälle, hier ist es ebenfalls notwendig, die Durchimpfungsraten deutlich zu erhöhen. Durch die zuletzt in das kostenfreie Impfprogramm übernommene neunfach-Impfung gegen Humane Papillomaviren ist nun ein erweiterter Schutz gegen die durch diese Erreger hervorgerufenen (Krebs-)Erkrankungen (Gebärmutterhals- und andere mit HPV assoziierte Karzinome sowie auch Schutz gegen Genitalwarzen; Anm.) zu erwarten.”

Die Autoren, die Mitglieder des nationalen österreichischen Impfgremiums, nehmen die Ärzte in die Pflicht: “Es entspricht der ärztlichen Sorgfalt, die von ihnen betreuten Personen über den erforderlichen Impfschutz fachgerecht zu informieren. Dazu gehört, dass die Grundimmunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern rechtzeitig begonnen, nicht unnötig verzögert und zeitgerecht abgeschlossen wird.”

Es geht nicht “nur” um die Kinder

Dabei geht es nicht “nur” um die Kinder. Impfschutz muss in vielen Fällen lebenslang aufrechterhalten werden. Ärzte, die ohne triftige medizinische Gründe von Impfungen abraten, befinden sich laut den Experten nicht auf dem Boden der wissenschaftlichen Beweislage. So heißt es im Impfplan Österreich 2018: “Darüber hinaus ist es notwendig, den Impfschutz durch Auffrischungsimpfungen in jedem Lebensalter sicherzustellen. Ein Abraten von Impfungen ohne Vorliegen einer Kontraindikation durch Ärzte im persönlichen Beratungsgespräch ist ein Verstoß gegen die Prinzipien der evidenzbasierten Medizin und kann die berufliche Vertrauenswürdigkeit infrage stellen.”

Jedes Jahr haben allein schon die österreichischen Hausärzte rund 65 Millionen Patientenkontakte. Dies, die Arztbesuche von Patienten bei Fachärzten und die Kontakte mit Spitalseinrichtungen sollten für mehr Impfschutz genutzt werden, betont der neue österreichische Impfplan: “Laut Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll jeder Arztkontakt dazu genutzt werden, zu prüfen, ob die empfohlenen Impfungen durchgeführt worden sind, und – wo notwendig (d.h. unabhängig davon, wie lange das empfohlene Impfintervall überschritten wurde) – fehlende Impfungen nachzuholen. Auch Arztkontakte im Rahmen von Spitalsaufenthalten sollen dafür genutzt werden.”

“Wer soll geimpft werden?”

Die Frage “Wer soll geimpft werden?” sei zumeist leichter zu beantworten als die gegenteilige Frage “Wer soll nicht geimpft werden und warum?” Letzteres müsse natürlich auch überlegt werden. Aber: “Sofern ein verträglicher Impfstoff verfügbar und das Risiko der Infektionsexposition gegeben ist, wird die Antwort zugunsten der Impfung ausfallen.” Besondere Verantwortung komme den Eltern zu: “Entsprechend der UN-Konvention vom 20. November 1989 haben Kinder das Recht auf beste Gesundheitsversorgung. Dazu gehört auch der Schutz vor Erkrankungen, die durch Impfung vermeidbar sind. Den Eltern obliegt es, die Schutzimpfungen bei ihren Kindern vornehmen zu lassen.”

Der Impfplan Österreich 2018 weist keine gravierenden Änderungen gegenüber jenem von 2017 auf. Es gibt aber neue Informationen zum Nachholen von fehlenden Immunisierungen, zu möglichst schmerzloser Impfung und zum Beispiel zu Inhaltsstoffen von Vakzinen.

Betroffene Person steckt im Schnitt zwölf bis 17 weitere Personen an

Camille Locht vom Institut Pasteur in Lille (Frankreich) und sein Team arbeiten jedenfalls an einer Nasenspray-Vakzine, welche schon die Ansteckung mit Bordetella pertussis-Bakterien verhindern soll. Als Antigene verwendet werden dabei gentechnisch abgeschwächte Erreger. Die Pertussis gehört zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten. Ähnlich wie bei den Masern steckt eine betroffene Person im Durchschnitt zwölf bis 17 weitere Personen an. Bei der Influenza liegt diese Rate bei 1,4 bis vier zusätzlich Infizierten. Zur Behandlung stehen nur Antibiotika zur Verfügung, welche aber den oft quälenden Krankheitsverlauf selbst nicht beeinflussen.

Weltweit fordert der Keuchhusten pro Jahr zwischen 200.000 und 400.000 Todesopfer bei insgesamt rund 16 Millionen Erkrankungsfällen. Es gibt Hinweise darauf, dass die Krankheit trotz aller Impfbemühungen eine Renaissance erlebt. In den USA wurden beispielsweise in den 1980er-Jahren pro Jahr nur um die 2.000 Fälle registriert. 2012 waren es hingegen wieder um die 50.000. 2014 wurden in Österreich vier Erkrankungen pro 100.000 Einwohner registriert, 2016 waren es bereits 14 je 100.000 Einwohner. 2014 waren in Österreich insgesamt 339 Fälle gemeldet worden, 2016 waren es 1.165 Erkrankungen. Offenbar kommt es auch zu einer Verschiebung der Problematik von Kindern zu Erwachsenen in höherem Alter.

“Trotz hoher Durchimpfungsraten hat die Pertussis in mehreren Industriestaaten ein spektakuläres Comeback gefeiert. Die Gründe dafür werden noch diskutiert. Aber ein Hauptgrund liegt darin, dass die derzeitigen Pertussis-Vakzine nicht wirksam genug sind, um eine Infektion und damit eine ‘stille’ Übertragung (ohne Symptome beim Verursacher; Anm.) zu verhindern, obwohl sie gegen die Erkrankung schützen, sagte der französische Wissenschafter.

Regelmäßige Auffrischung bei der Keuchhustenimpfung

Locht und sein Team arbeiten seit Jahren an der Entwicklung einer aus per biotechnologischen Methoden abgeschwächten Pertussis-Erregern bestehenden Vakzine, welche als einfacher Nasenspray appliziert werden kann. Nach einer Erprobung an Pavianen und in anderen Tiermodellen gelang es durch eine entsprechende Dosierung, in einer frühen Phase der klinischen Prüfung auch an Probanden eine Bildung von schützenden Antikörpern bei bis zu um die 90 Prozent nachzuweisen. Mit größeren Wirksamkeitsstudien soll der Beweis eines schützenden Effekts gegen Infektion und Erkrankung durch die Pertussis-Erreger erbracht werden.

“BPZE1 ist derzeit die am weitesten in der Entwicklung fortgeschrittene neue Pertussis-Vakzine und wurde bereits in zwei klinischen Studien (an Probanden; Anm.) getestet. Diese Untersuchungen haben die Sicherheit bei Erwachsenen, die Fähigkeit (der abgeschwächten Erreger; Anm.), vorübergehend den Atmungstrakt zu kolonisieren und eine Immunantwort gegen mehrere Bordetella pertussis-Antigene zu erzeugen, bewiesen. Durch eine Dosis-Optimierung zeigte sich eine zu 90 Prozent erfolgende Serokonversion (Auftreten schützender Antikörper im Blut; Anm.)”, sagte der Wissenschafter. Das sei mit nur einer Dosis der Vakzine erreicht worden.

Im zweiten Quartal dieses Jahres soll bereits eine größere wissenschaftliche Studie an Probanden erfolgen, in der auch mehr Hinweise auf die Wirksamkeit gesammelt werden sollen. Nach der Grundimmunisierung im Kindesalter (Sechsfachimpfung im Säuglingsalter, dann im Schulalter Kombinationsimpfung mit Diphtherie, Tetanus und Polio im siebenten bis zum neunten Lebensjahr) sollten Jugendliche und besonders Erwachsene auf die regelmäßige Auffrischung bei der Keuchhustenimpfung (als Diphtherie-Tetanus-Pertussis-Immunisierung) zumindest alle zehn Jahre nicht vergessen bzw. auf deren Notwendigkeit hingewiesen werden.

(APA/Red.)

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