Immer mehr Langzeitarbeitslose in Österreich

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Schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt.
Schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt. - © APA/Herbert Neubauer
Die Situation am heimischen Arbeitsmarkt bleibt weiter angespannt. Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich auch im November angestiegen, vor allem die Zahlen zur Langzeitarbeitslosigkeit sind besorgniserregend.

Die Arbeitslosigkeit ist in Österreich per Ende November weiter angestiegen. Mit 430.107 Menschen ohne Job waren um 22.901 oder 5,6 Prozent mehr Personen arbeitslos als im Vorjahresmonat. 70.814 davon befanden sich in Schulungen. Langzeitbeschäftigungslos waren per Ende November 146.100 Menschen – rund ein Drittel aller Arbeitslosen in Österreich.

Als Langzeitbeschäftigungslos zählt, wer zumindest in den vergangenen zwölf Monaten höchstens zwei Monate in Schulung oder Kurzzeit-Beschäftigung stand. Als Langzeitarbeitslos hingegen wird gewertet, wer die vergangenen mindestens zwölf Monate gar keine Schulung oder Kurzzeit-Beschäftigung hatte. Diese Zahl explodierte regelrecht im Vergleich zum Vorjahresmonat und stieg um absolut 31.398 Menschen oder 191 Prozent auf 47.845 Betroffene.

Langzeitarbeitslosigkeit verfestigt sich

“Die lange Konjunkturschwäche über mehrere Jahre führt leider verstärkt zu einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit bei bestimmten Gruppen”, bedauerte AMS-Chef Johannes Kopf im APA-Interview. Zum Anstieg der Zahl der Langzeitarbeitslosen sagte er, dass in erster Linie Ältere, gesundheitlich Eingeschränkte und Geringqualifizierte betroffen seien. “Das ist eine besorgniserregende Entwicklung, weil sie sich verfestigt.” Langzeitarbeitslosigkeit könne auch bei einer besseren konjunkturellen Lage nur schlecht abgebaut werden.

“Der Monat November ist von weiter steigender Arbeitslosigkeit, wenn auch auf einem etwas flacheren Niveau als in den vergangenen Monaten, gekennzeichnet”, teilte Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) zu den Arbeitsmarktdaten für November in einer Aussendung mit. Der Grund für den massiven Anstieg bei den lang Zeit Arbeitslosen liege daran, dass vor allem auch mehr ältere Beschäftigte in die Langzeitarbeitslosigkeit hineinrutschen würden. “Mit den nunmehr im Parlament beschlossenen zusätzlichen 300 Mio. Euro an Arbeitsmarktmitteln für 2016 wird es möglich, die besonders von Ausgrenzung bedrohten Gruppen noch intensiver zu unterstützen”, so Hundstorfer.

Zielpunkt-Pleite sorgt für zusätzliche Anspannung

Besonders im Augenmerk steht derzeit wegen der Pleite von Zielpunkt der Handel mit 2.700 Mitarbeitern, die noch gar nicht in der Statistik sind. Ende November waren beim Arbeitsmarktservice (AMS) alleine aus dieser Branche 50.609 Personen arbeitslos gemeldet. Im Jahresabstand war das eine Zunahme um 3.793 Menschen oder 8,1 Prozent. Zählt man noch die Menschen in Schulungsprogrammen dazu, waren im Handelsbereich in Summe 59.711 als arbeitslos vorgemerkt. Davon waren zuvor 38.539 im Einzelhandel tätig.

Einen Anstieg der Zahl der Arbeitslosen gab es über alle wichtigen Branchen hinweg.

(APA, Red.)

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