Ilse Tielsch erhält Franz-Theodor-Csokor-Preis

Die Übergabe findet im Presseclub Concordia statt
Die Übergabe findet im Presseclub Concordia statt - © APA
Die Autorin Ilse Tielsch (88) erhält den Franz-Theodor-Csokor-Preis 2017. Dieser Literaturpreis des Österreichischen PEN wird in unregelmäßigen Abständen für das Lebenswerk vergeben. Die Übergabe findet morgen, Donnerstag (18.30 Uhr), im Wiener Presseclub Concordia statt. Die Laudatio hält Christian Teissl.

Tielsch, am 20. März 1929 als Ilse Felzmann im böhmischen Hustopece (Auspitz) geboren, musste im April 1945 als Sudetendeutsche das Land verlassen. Es gelang der Schülerin, mit einem der letzten Züge nach Oberösterreich zu fliehen, wo sie auf dem Bauernhof von Verwandten unterkommen konnte. Die tragischen Erfahrungen ihrer Vertreibung ließen die Tochter eines Landarztes nicht mehr los. Doch erst 35 Jahre später konnte sie ihre Flucht, die entbehrungsreichen Nachkriegsjahre und die Gründung einer neuen Existenz in einer Romantrilogie verarbeiten. “Die Ahnenpyramide” (1980), “Heimatsuchen” (1982) und “Die Früchte der Tränen” (1988) sind das erzählerische Hauptwerk der Autorin, die u.a. mit dem Anton Wildgans Preis und dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet wurde.

Nach ihrem Publizistik- und Germanistik-Studium arbeitete Tielsch zehn Jahre in verschiedenen Berufen im Schuldienst, bevor sie sich ab 1964 einer Karriere als freie Schriftstellerin widmen konnte. Im gleichen Jahr erschien ihr Erstlingswerk, der Gedichtband “In meinem Orangengarten”. Nach einigen Lyriksammlungen veröffentlichte sie 1970 mit “Brief ohne Anschrift” ihr erstes Prosawerk. Laut ihrer Homepage sind bisher 25 Bücher erschienen, acht davon wurden in andere Sprachen übersetzt. Zuletzt erschien in der Edition Atelier eine Neuauflage ihres 2006 erschienenen Romans “Das letzte Jahr”, in dem sie die neunjährige Elfi Zimmermann in einem südmährischen Städtchen das letzte Jahr vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs schildern lässt. Das Buch wird am 12. Oktober in der Wiener Buchhandlung “tiempo nuevo” präsentiert.

Zur Geschichte des Österreichischen PEN seit seiner Reorganisation 1947 wird am kommenden Samstag im Rahmen der “Langen Nacht der Museen” im Stadtmuseum St. Pölten eine Ausstellung eröffnet. Zu der Schau erscheint auch das von Ingrid Schramm und Doris Kloimstein herausgegebene Buch “G’schichten aus dem PEN-Club”, das sich zum Ziel gesetzt hat, “zum ersten Mal die Geschichte des Österreichischen PEN-Clubs ungeschönt aufzudecken”.

(APA)

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