Illegal gebaute orthodoxe Kirche wird versetzt

Eine während des Bosnien-Krieges (1992-1995) auf dem Grundstück einer bosniakischen (muslimischen) Frau in Konjevic Polje bei Srebrenica gesetzwidrig errichtete serbisch-orthodoxe Kirche soll nun versetzt werden.

Fata Orlovic, die während des Krieges vertrieben worden war, hatte bereits vor zwei Jahren einen achtjährigen Rechtsstreit gegen die orthodoxe Kirche gewonnen. Die nunmehrige Lösung beruht auf einer Vereinbarung von lokalen Serben und Bosniaken, berichtet die Tageszeitung “Dnevni avaz” am Mittwoch.

Demnach soll “Fatas Kirche”, wie sie im Volksmund bezeichnet wird, von Konjevic Polje in eine von Serben bewohnte Ortschaft unweit der Grenzstadt Bratunac versetzt werden. Laut “Dnevni avaz” wurden über die Initiative sowohl der bosnisch-serbische Premier Milorad Dodik als auch der internationale Bosnien-Beauftragte Valentin Inzko informiert.

Der für die Kirche zuständige Bischof von Zvornik und Tuzla, Vasilije Kacavenda, bestritt jahrelang, dass die Kirche auf fremdem Grundstück errichtet worden sei. Seinen Angaben nach handelt es sich um ein kirchliches Grundstück, das jahrhundertelang als Crkvine (Kirchenbesitz) bekanntgewesen sei. Dass sich das Grundstück derzeit im Besitz von Fata Orlovic befindet, bestritt der Bischof allerdings nicht.

Bosnische Medien berichteten erst kürzlich, dass Orlovic wegen einer orthodoxen Kirchenfeier wieder einmal für einige Tage ihr Haus verlassen musste. Die Kirchenfeiern in Konjevic Polje sollen regelmäßig von Provokationen ihrer Teilnehmer gegen die Besitzerin des Hauses dicht neben der Kirche begleitet gewesen sein.

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