Ideenwettbewerb gegen den Ministeriumsirrgarten in Wien-Landstraße

Mitarbeiter und Besucher des BMVIT verirren sich häufig.
Mitarbeiter und Besucher des BMVIT verirren sich häufig. - © APA (Sujet)
Das Infrastrukturministerium hat einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, wie verhindert werden kann, dass sich Besucher und Mitarbeiter im Ministeriumsgebäude in Wien-Landstraße verirren.

Das Ministerium ist im markanten Bundesamtsgebäude in der Radetzkystraße (Wien-Landstraße) daheim. Schon über das Äußere des Baus aus den 80er-Jahren von Architekt Peter Czernin lässt sich trefflich streiten. Drinnen findet man sich dann nur schwer zu recht, das steht offenbar außer Streit.

BMVIT sucht Orientierung – im eigenen Haus

“Schnell entsteht das Gefühl, im Kreis zu gehen. Manchmal zu Recht”, schreibt das Ministerium auf seiner Homepage. Denn das Gebäude ist wabenförmig aufgebaut und besteht aus drei achteckigen Bürotürmen. Nicht nur Besucher täten sich schwer damit, rechtzeitig zu Terminen zu erscheinen und “auch wieder hinaus zu finden”: “Nicht selten verlaufen sich auch langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unbekannten Buchstaben-Gängen in fremden Achtecken.” Das BMVIT will daher Ideen für eine “bessere Orientierung” sammeln.

Nun ist es freilich mitnichten so, dass die Ministeriumsbediensteten regelmäßig in den Tiefen des Hauses verschollen sind, versichert man in der Pressestelle auf APA-Anfrage. Das “Indoor-Orientierungsprojekt” ist vielmehr eine Gelegenheit für ein sogenanntes “Open Innovation Projekt”. Denn die öffentliche Hand will verstärkt auf offene Diskussion setzen, wenn es darum geht, Verbesserungen für bekannte Probleme zu suchen und zu finden. Das firmiert unter “Innovationsfördernder Öffentlicher Beschaffung”. Dafür wurde auch die Plattform “www.innovationspartnerschaft.at” aufgesetzt – und der BMVIT-Wettbewerb dort als “Challenge” ausgeschrieben. Auch die Raumverwaltung soll so optimiert werden.

Wunschlos glücklich waren die Mieter des Hauses Radetzkystraße 2 aber auch schon früher nicht. So berichtete die damalige Gesundheitsministerium Maria Rauch-Kallat (ÖVP) dem Bundesrat im Jahr 2004, der Lift sei “das Einzige, was in dem Haus funktioniert”, und klagte etwa über Probleme mit der Klimaanlage. Ihre Mitarbeiter dagegen ermutigte sie, auf den Aufzug zu verzichten und ging selbst mit gutem Beispiel voran: “Ich persönlich gehe mindestens einmal am Tag die zehn Stockwerke von der Garage in mein Büro zu Fuß. Das sind genau 200 Stufen.”

(apa/red)

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