“Ich war noch niemals in New York” zum zweiten Mal in Wien

"Ich war noch niemals in New York" macht wieder in Wien Station.
"Ich war noch niemals in New York" macht wieder in Wien Station. - © APA/Georg Hochmuth
Das auf Udo-Jürgens-Hits basierende Musical ist derzeit wieder im Wiener Raimund Theater zu sehen. Die Story bleibt flach, für Ohrwurmdichte ist aber gesorgt.

“Ich war noch niemals in New York” – aber mittlerweile schon das zweite Mal in Wien: Das Musical-Traumschiff, das die Hits von Udo Jürgens spielt, ist am Sonntagabend erneut im Wiener Raimundtheater in See gestochen. Auch sechs Jahre nach der ersten Premiere in Wien, gelang der Stapellauf unter großem Jubel. Allzu viel Tiefgang hat der Ozeanliner aber nach wie vor nicht.

Die klassische Nummernrevue basiert in der Tradition von “Mamma Mia!” auf 21 Hits des 2014 verstorbenen Udo Jürgens. Für Ohrwurmdichte ist also gesorgt, was sich bereits während der Ouvertüre zeigt, bei der mitgeklatscht wird. Angesichts dieser musikalischen Dominanz geht die Handlung im Gegenzug weitgehend in Deckung und ordnet sich höflich den Erfordernissen unter, von einem Lied zum nächsten überzuleiten.

Im Zentrum steht die Starmoderatorin Lisa Wartberg, die ihre Mutter in einem Seniorenheim geparkt hat. Die rüstige Dame findet dort jedoch in ihrem Mitbewohner Otto die große Liebe, und die beiden machen sich auf, um in New York zu heiraten. Lisa und Ottos Sohn Axel folgen den beiden auf ihr Kreuzfahrtschiff, droht doch der Entzug des Heimplatzes der Alten. Es kommt, wie es kommen muss, und die beiden Jungen verlieben sich ebenfalls ineinander.

Retrorevue mit Augenzwinkern

Mag die Story mit tuntigen Maskenbildnern und gefühlsarmen Erfolgsmenschen vor Klischees strotzen und überraschend konservative, misogyne Elemente beinhalten, ein bunter, trashiger Spaß ist “Ich war noch niemals in New York” aber dennoch. Schließlich stellen die Theatermacher eine aufwendige Retrorevue mit Augenzwinkern auf die Bühne.

Dazu trägt nicht zuletzt Ann Mandrella als Lisa Wartberg bei, die in Wien erneut die Hauptrolle singt und mit Tobias Licht das perfekte stimmliche Leadingpaar abgibt. Auf Charme und Schauspiel setzen dagegen die beiden liebenden Senioren Gunter Sonneson als Otto und Dagmar Biener als Mutter Maria. Die Rolle der patenten Rentnerin bringt dann im Mai und Juni übrigens auch die legendären Kessler-Zwillinge Alice und Ellen im Wechsel auf die Bühne des Raimund Theaters.

Am 3. Juli ist dann aber Schluss in Wien, wo das 2007 in Hamburg uraufgeführte Stück, das der Autor Gabriel Barylli gemeinsam mit dem heutigen VBW-Musicalchef Christian Struppeck konzipiert hat, zwischen 2010 und 2012 bereits 592 Mal zu sehen war und über 600.000 Zuschauer anzog. Nach der Wiener Derniere geht es auf Tournee nach Linz, Salzburg, Graz und Bregenz sowie nach Deutschland.

(APA, Red.)

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