Hypo-Prozess “Hilltop”: Kulterer bekennt sich nicht schuldig

Ex-Hypo-Vorstand Kulterer ist sich keiner Schuld bewusst
Ex-Hypo-Vorstand Kulterer ist sich keiner Schuld bewusst - © APA
Der Hypo-Untreueprozess rund um die Projekte “Hilltop” und “Blok 67” ist am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt fortgesetzt worden. Ex-Vorstand Wolfgang Kulterer bekannte sich in seiner Einvernahme am Vormittag, die sich um den Immobilien-Deal “Hilltop” in Kroatien drehte, nicht schuldig.

Angeklagt sind neben Kulterer auch noch Ex-Vorstand Günter Striedinger, der Steuerberater Hermann Gabriel sowie drei kroatische Geschäftsleute. Beim Projekt “Hilltop” hatte die Hypo Consultant Liechtenstein im Jahr 2003 die “Hilltop Holding” laut Anklage um mehr als 37 Mio. Euro gekauft. Asset der Gesellschaft war ein 140 Hektar großes Grundstück auf der kroatischen Insel Pag, das zu dem Zeitpunkt eine Schafweide war.

Besonderer Stein des Anstoßes für die Anklage, vertreten durch Staatsanwalt Andreas Höbl: Die drei Geschäftsleute hatten das Weideland kurze Zeit vorher gekauft – und zwar zu einem Preis von rund 4,5 Mio. Euro. Darum drehten sich auch große Teile der Befragung durch Richterin Lisa Kuschinsky, die dem Schöffensenat vorsaß: “Wie kam es zu dem Sprung auf 37 Mio. Euro in dieser kurzen Zeit?”, wollte sie von Kulterer wissen. “Es gab ein Schätzungsgutachten zu diesem Preis, das diesen Wert dargestellt hat”, antwortete Kulterer. Aber: “Warum die Gemeinde das Grundstück zuvor so günstig hergegeben hat, ist mir selbst ein Rätsel.”

Auf dem Grundstück hätte ein Tourismus-Projekt entstehen sollen, laut Kulterer war geplant, die Immobilie wieder weiterzuverkaufen. “Zum Zeitpunkt des Kaufs hat es aber noch keine Widmung des Grundstückes für touristische Zwecke gegeben?”, fragte Kuschinsky. “Die Widmung war nicht gegeben. Aber mir wurde berichtet, dass der Grund als touristische Zone im Raumordnungsplan vorgesehen war. Die Widmung bekommt man dann aufgrund des eingereichten Projektes”, sagte Kulterer. Jahre nach dem Kauf sei das Grundstück ja auch wie vorgesehen umgewidmet worden, führte der Ex-Vorstand weiter aus.

Als Vorstand fühle er sich bei der Kreditvergabe an die Hypo Consultant Liechtenstein jedenfalls nicht schuldig, sagte Kulterer: “Für einen Kreditantrag sammeln die Sachbearbeiter die Unterlagen. Als Konzernvorstand konnte ich mich nur auf Unterlagen verlassen, die aufbereitet wurden.” Es sei “undenkbar”, dass man als Vorstand Zeit einsetze um jeden Fall einzeln zu prüfen: “Wir hatten pro Sitzung des Kreditkomitees 20, 30 große Kreditfälle.” Im gegenständlichen Fall hatte er “keinen Anlass, nicht darauf zu vertrauen, dass das stimmt, was die Werthaltigkeit angeht”.

Für den Nachmittag war die Fortsetzung der Verhandlung mit der Vernehmung von Kulterer zum Faktenkomplex “Blok 67” vorgesehen.

(APA)

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