Hoffnung im Kampf gegen Gehirntumor

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Hoffnung im Kampf gegen Gehirntumor
Im bisher fast aussichtslosen Kampf gegen eine der bösartigsten Krebsarten gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer: Beim Tierversuch konnten Glioblastome vernichtet werden.

Münchner Wissenschaftern gelang es im Tierversuch, so genannte Glioblastome zu vernichten. Bei dieser aggressivstem Form von Gehirntumoren überleben nur etwa zwei Prozent der Patienten die ersten zwei Jahre nach der Diagnose.

Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt sogar nur bei maximal einem Jahr. Grund für die miserable Prognose: Zum einen wachsen die entarteten Zellen unglaublich aggressiv, zum anderen bleiben die üblichen Waffen der Medizin im Kampf gegen Krebs weitgehend stumm. Operieren ist, wenn überhaupt, nur unvollständig möglich: Denn die Tumorzellen wandern weit in das Gehirn hinein und durchsetzen auch gesundes Hirngebiet. So entstehen regelrechte Inseln aus gesundem und krankem Gewebe, die sich dem Eingriff mit dem Skalpell entziehen.

Besonders aggressiv, invasiv und zerstörerisch ist die Unterform Glioblastoma multiforme, wie der Biotechnologe Ernst Wagner von der Universität München berichtet. Sie sei die tödlichste Variante aller Gehirntumore und eine der tödlichsten Erkrankungen der Menschen überhaupt. Die Therapie mit Bestrahlung oder Medikamenten ist hier so besonders schwierig, weil die Struktur der Tumoren ausgesprochen fest ist. So gelangen Wirkstoffe kaum in die Glioblastome.

„Das Ziel einer Behandlung muss deshalb sein, die zugänglichen Zellen an der Oberfläche der Geschwulst schneller zu töten, als im Inneren neue Krebszellen erzeugt werden können“, erklärt Wagner. Eine wirksame Therapie müsse hoch selektiv und sicher sein, aber auch schnell und effizient. Dies werde am besten dadurch erreicht, dass die Tumorzellen auf mehreren Wegen gleichzeitig angegriffen würden. Denn nur so könne eine erneutes Wachstum der Geschwulst verhindert werden.

Genau dies gelang den Forschern jetzt nach eigenen Angaben: Die Tumoren wurden bei krebskranken Mäusen mit Hilfe eines Moleküls getötet, das vermehrt an der Oberfläche der malignen Zellen vorkommt. Dieser Oberflächenrezeptor schleust ein Signal in die Zellen, das deren Selbstmord und andere Immunreaktionen auslöst.

An der Studie nicht beteiligte Forscher würdigten nach Angaben der Münchner Universität diesen Ansatz bereits als äußerst viel versprechend und empfahlen eine beschleunigte Zulassung der Methode zu klinischen Tests. Zwar ließen sich Ergebnisse bei Tieren selten direkt auf den Menschen übertragen. Diese Behandlung sei aber so erfolgreich, dass gute Resultate auch beim Menschen möglich schienen. Angesichts fehlender Therapieoptionen wäre selbst ein Teilerfolg als großer Fortschritt zu werten, betonen die Wissenschafter.

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