History Of Now – Trailer und Kritik zum Film

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History Of Now – Trailer und Kritik zum Film
Die sorgenfreie, durch nichts zu erschütternde Liebe: Ihr begegnet man in “History of Now”, dem Debütfilm von Nadiv Molcho. Und eigentlich auch wieder nicht: Denn der junge Filmemacher lässt seine Hauptfiguren Eli und Maya nicht nur intime Momente verbringen, sondern auch scheitern – an den eigenen Ansprüchen und Erwartungen.

Molcho hat für seinen Erstling, der bereits 2015 beim Raindance Film Festival in London Weltpremiere feierte und im Vorjahr Teil der Diagonale in Graz war, nicht nur im Regiesessel Platz genommen, sondern fungiert auch als Drehbuchautor, Produzent und Hauptdarsteller. Der Sohn von Szenegastronomin Haya Molcho und Pantomime Samy Molcho wagt sich dabei zwar auf universell anwendbares Terrain vor, geht aber durchaus Wagnisse ein. Denn die im wärmenden Gegenlicht erstrahlende Liebe ist keineswegs leicht zu bewahren.

Den Ausgang nimmt die Geschichte in Wien: Hier begegnen sich Eli (Molcho) und Maya (Aya Shapovalov) – er Krankenpfleger von Beruf, aber Autor im Herzen, sie Sous-Chefin in einem Lokal am Donaukanal. Erste unbeholfene Annäherungsversuche sowie ein mit langen, wortlosen Blicken garniertes Date später findet zusammen, was offenbar zusammengehört. Denn die erste Hälfte des Films gehört ganz träumerischen Stadtansichten bei Tag und Nacht, in denen sich die frisch Verliebten in die Arme fallen können, durch die Clubs tanzen und ganz einfach das Leben genießen.

History Of Now – Die Handlung und Kritik

Für Eli, dem Molcho eine gehörige Portion Ungeduld verpasst und der im Vergleich zu Maya eine Spur geerdeter unterwegs ist, scheint der nächste Schritt nur logisch: Er möchte seiner Partnerin einen Heiratsantrag machen. Doch spätestens da beginnen die (zuvor unterschwellig anklingenden) Probleme: Passen diese beiden ungleichen Charaktere wirklich zusammen? Und welche Vorstellungen von der Zukunft haben sie eigentlich? Finanzielle Sicherheit, die Zeit zu zweit, der mögliche Kinderwunsch – so gut wie alles prasselt unter der gleißenden Sonne Marokkos auf sie ein.

Dorthin wurde Maya von ihrer Chefin auf kulinarische Entdeckungsreise geschickt und genau dort will Eli die große Frage stellen. “Wieso sollte sie Nein sagen?”, ist er von seinen Erfolgschancen überzeugt. Leider macht ihm aber das Schicksal einen Strich durch die Rechnung, treffen sie doch auf das hippe Berliner Paar Kai und Lea, mit denen die nächsten Tage zu einem Rausch der Gefühle und Sinne werden – und Eli sich zusehends von der Gruppe entfremdet. So sorgenfrei scheint das Liebesglück auch mit 25 nicht.

Dass sich Molcho im Presseheft zum Film als “hoffnungslosen Romantiker” beschreibt, passt: Mit “History of Now” hat er einen optisch durchaus ansprechenden Film geschaffen, der einzig und allein die Liebe zum Thema hat. Die Stimmung der Jungverliebten sowie ein Gefühl von Leichtigkeit wird hier authentisch transportiert, wobei zeitlose Szenen auf altbacken wirkende Handlungen treffen. In Sachen Farbe und Lichtgebung, Soundtrack und Schnittfolge gibt sich Molcho aber ganz aktuell und spielt mit einer Arthouse-Ästhetik ebenso wie mit Instagram-Optik. Herausgekommen ist ein Debüt mit einigen Längen und Hängern, das aber dennoch charmant bleibt.

>> Alle Filmstartzeiten zu “History Of Now”

(APA)

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