Hinter den Kulissen der ESC-Planung der Wiener Linien: “Wir sind gerüstet”

Von Sarah van den Berg
Mathias Cremer ist bei den Wiener Linien für den ESC verantwortlich.
Mathias Cremer ist bei den Wiener Linien für den ESC verantwortlich. - © VIENNA.at
Für die Wiener Linien bringt Mathias Cremer den Song Contest auf Schiene. Intervalle werden verdichtet, Fahrgäste von außerhalb informiert und alle technischen Notfälle berücksichtigt: “Wir sind für alle Eventualitäten gerüstet.”

“Bei mir laufen alle Fäden zusammen”, berichtet Mathias Cremer von den Wiener Linien im Interview mit VIENNA.at – intern stimmt er sich mit den unterschiedlichen Fachabteilungen der Verkehrsbetriebe ab, extern mit dem ORF, der Stadthalle, verschiedenen Magistratsabteilungen, sowie anderen Stellen, die zur “Arbeitsgemeinschaft Song Contest” zählen.

Auch wenn der Eurovision Song Contest für Wien ein einmaliges Event ist, ist er für den betrieblichen Ablauf der Wiener Linien nur eines von vielen – und davon nicht einmal das größte. “Das Donauinselfest ist betrieblich ein größerer Aufwand”, erklärt Cremer, macht aber auch auf einen wichtigen Unterschied aufmerksam: Beim Donauinselfest sind viele Ortskundige aus Wien und der Umgebung unterwegs – zum Song Contest reisen viele Touristen an, die sich in Wien nicht auskennen. Das musste bei der Vorbereitung, die bereits im November begonnen hat, natürlich entsprechend berücksichtigt werden. Insgesamt sind 30 Personen in die Planungsarbeiten involviert.

Infos für die Song Contest-Besucher

“Der Fokus liegt auf Information”, erklärt Cremer, als er die verschiedenen Maßnahmen vorstellt. In den U-Bahnstationen wird es wie bei vergleichbaren Großveranstaltungen Plakate geben, die Auskunft darüber geben, wie man am schnellsten zur Stadthalle und zum Eurovision Village kommt. Außerdem ist ab dem 10. Mai in den Vorverkaufs- und Info-Stellen ein kostenloser Pocket-Folder erhältlich, der den Weg zum ESC weist. Im Netz der Wiener Linien sind an den Show-Tagen Mitarbeiter der Fahrgastinformation in weißen Warnwesten anzutreffen, außerdem werden 50 Mitarbeiter am Bahnsteig in der U6-Station “Burggasse” für einen geregelten Ablauf sorgen.

Auch die Wiener Linien-App ist “Song Contest-fit” und kann von Touristen genutzt werden – selbst wenn diese kein Deutsch sprechen. “Qando spricht Englisch” – zumindest wenn als Systemsprache im Smartphone nicht Deutsch als Systemsprache eingestellt ist.

“Spannend wird der Finaltag”

Oft wird Mathias Cremer gefragt, ob mit großen Behinderungen durch den Song Contest zu rechnen ist. Sowohl Fans als auch ESC-Muffel kann er beruhigen: “Man kann den ESC einfach genießen und kommt gut zum Public Viewing.” Und: “Alle anderen wird der Song Contest im Alltag nicht beeinträchtigen.”

“Spannend wird der Finaltag”, so Cremer, der damit aber nicht auf den musikalischen Bewerb, sondern auf den Öffi-Betrieb anspielt. Die Linie U6 wird an allen Showtagen verstärkt. Das Finale in der Stadthalle wird ca. bis 00.30 Uhr dauern, das Eurovision Village wird bis 01.00 Uhr geöffnet haben. Die Linien 6 und 18 werden verstärkt, außerdem fährt auch der 43er ausnahmsweise bis 02.00 Uhr. Die Intervalle auf den Linien U2 und U3 werden zudem verdichtet, sodass die Nacht-U-Bahn alle 7,5 Minuten fährt. Zusätzlich werden mehrere Nachtbusse in Bereitschaft sein, die spontan dort eingesetzt werden können, wo sie benötigt werden. Neben Stadthalle und Eurovision Village gibt es noch zwei weitere Locations, auf denen das Augenmerk der Verkehrsbetriebe liegt: Der Euro Club und das Euro Fan Cafe. Um dort für eine geregelte An- und Abreise zu sorgen werden der 9er und die Nachtbuslinien N46 und N75 verstärkt.

Um bei Problemen schnell eingreifen zu können, sind zusätzliche technische Teams im Einsatz, die auch zentrumsnah platziert sein werden. Statt in der Zentralwerkstätte in Wien-Simmering werden sie am Westbahnhof ihren Bereitschaftsdienst versehen. “Wir sind für alle Eventualitäten gerüstet. Es wäre am besten, wenn wir nicht eingreifen müssten, aber wir könnten es auf jeden Fall.”

Während es in anderen ESC-Gastgeberstädten im 30-Minuten-Takt verkehrende Shuttle-Busse für Journalisten und technische Mitarbeiter gab, verzichtet man in Wien darauf und verweist auf die Öffis – schließlich soll der Song Contest als “Green Event” über die Bühne gehen.

Weitere ESC-Projekte der Wiener Linien

Ab dem 10. Mai werden alle Straßenbahnen in Wien mit ESC-Fähnchen versehen und natürlich wird auch die ESC-Straßenbahn weiterhin unterwegs sein. Für das Fahrpersonal wurden zudem Anstecker angefertigt: “Wer mag, kann den tragen und so den Song Contest-Spirit mittragen.”

Auf unterschiedlichen Linien ist die ESC-Bim in Wien unterwegs. Wiener Linien/ M. Helmer ©

Auf der Homepage der Wiener Linien ist eine eigene Song Contest-Unterseite geplant, auf der Fragen wie “Wie komme ich hin?” ansprechend dargestellt behandelt werden. Einen großen Auftritt hat das Unternehmen auch  bei der Eröffnung des Events am 17. Mai: Alle Stars werden mit Elektro-Bussen bis zum Roten Teppich gefahren das hat es beim Song Contest bisher noch nicht gegeben. (SVA)

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