18. Februar 2011 10:20; Akt.: 18.02.2011 10:20

Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn PSP

Futter für die PSP: Die Abenteuer des Waldläufers Aragorn - ganz in Diablo Style. Futter für die PSP: Die Abenteuer des Waldläufers Aragorn - ganz in Diablo Style. - © Waibel
Die PSP ist tot - es lebe die PSP. So könnte man die aktuelle Entwicklung für Sonys tragbare Minikonsole für unterwegs betiteln. Zwar werden nur in unregelmäßigen Abständen brauchbare Titel veröffentlicht, aber dann und wann schafft es doch ein feines Game für die Fans von Sonys Kleinsten. „Herr der Ringe - Die Abenteuer von Aragorn“ fällt eindeutig in diese Kategorie.

Nach dem Auslaufen der „Herr der Ringe“-Lizenz im Hause macht sich nun der neue Lizenznehmer Warner Bros an die Verwurstung der Geschichte um Ringträger, Elben, Hobbitze, Zwerge und Menschen. Für die Entwicklung des Titels wurden die Mannschaft von TT Fusion beauftragt, die schon für “Lego Star Wars III: The Clone Wars” oder auch “Lego Harry Potter – Die Jahre 1-4″ verantwortlich zeichneten.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Aragorn der Waldläufer, der in isometrischer Ansicht durch die Levels gescheucht wird. Dabei spielt sich „Herr der Ringe - Die Abenteuer von Aragorn“ als eine Art Diablo Hack and Slay mit Rätseleinlagen. Dabei fehlt die Tiefe von ähnlichen Titeln am PC. Doch der Titel will offenbar gar nicht erst Tiefe bieten, soll unkompliziertes Gameplay für unterwegs bieten, jederzeit zu pausieren, ein leichter Pausensnack für Zwischendurch. So ist auch der Schwierigkeitsgrad niedrig angesiedelt. Mit Schwert und Bogen metzelt sich Streicher durch Massen von aus Mittelerde berühmt berüchtigten Widersachern. Das Spiel speichert automatisch an Checkpoints. Nebst der Hauptquestlinie gibt es in den einzelnen Leveln auch immer wieder einfache Nebenquests, wo es um die Erledigung von Gegnern oder das Einsammeln von Gegenständen geht. 

Während der Button-Smasherei kommt leider sehr wenig Herr der Ringe Feeling auf, Zwischensequenzen bügeln diesen Makel wieder etwas aus. Dabei wurde aber auf eine gute deutsche Lokalisierung geachtet, sowohl Texte als auch Stimmen wurden ins Deutsche übersetzt - keine Selbstverständlichkeit auf der im Sterben liegenden PSP 1. Die Orientierung erleichtert eine einblendbare Mini-Map, hier sind auch wichtige Punkte im Level besonders gekennzeichnet. Diese Orientierungshilfe führt Aragorn auch zu Schatztruhen und versteckten Eingängen.

Durch Erledigung der Aufträge bekommt der Waldläufer Skillpunkte, mittels derer sowohl Ausrüstung als auch Fähigkeiten individuell anzupassen sind. Für den Einsatz besonders mächtiger Fähigkeiten verbraucht Aragorn Mana, dieser Pool lädt sich wie die Gesundheitsleiste auch während gewöhnlicher Angriffe auf Gegner langsam wieder auf. Ebenfalls von Genregrößen wie Diablo abgekupfert: Ein Ausrüstungssystem mit einem Slotsystem für verschiedenste Items, die sich leider auf dem klein geratenen Hauptprotagonisten nicht wirklich gut abzeichnen. Ein einfaches Craftingsystem erlaubt auch, in einem der früheren Leveln ein Schwert zu schmieden, nachdem die Zutaten dafür gesammelt sind.

Allerdings sind besondere Ausrüstungsgegenstände nicht unbedingt überlebensnotwendig: Für Casual-Gamer erfreulich, ärgert Pro´s doch der viel zu leicht geratene Schwierigkeitsgrad. So mischt Aragorn eine Gegnergruppe nach der anderen auf, ohne dass er jemals groß in Bedrängnis kommt. Blocken ist auch nur sehr selten vonnöten. Besonders harte Brocken und auch die Endgegner verlangen meist nur selten nach großartigen Taktiken. Einzig der Wechsel der Waffen von Nah und Fernkampf bringt etwas Würze ins Geschehen.

Die Steuerung ist sehr komfortabel ausgefallen: Mittels Analogknopf scheucht man Streicher durch die Gegnermassen, die Waffenarten wurden auf die vier Aktionstasten gelegt. Mittels Steuerkreuz werden die Karte aufgerufen und die Special-Moves verwaltet. Letztere werden mit der jeweiligen Aktionstaste in Kombination mit der Schultertaste ausgelöst.

Technisch fällt „Herr der Ringe - Die Abenteuer von Aragorn“ auf der PSP nachvollziehbarerweise etwas ab. Da sind die Wii- und vor allem die PS3-Version ganz einfach andere Spiele. Mag sein, dass man auf der eigentlich recht leistungsfähigen Minikonsole von Sony (im Gegensatz zum DS) etwas mehr herausholen hätte können. Insgesamt ist . „Herr der Ringe - Die Abenteuer von Aragorn“ aber ein solides Hack and Slay für unterwegs mit seichtem Rätselanteil geworden. Zudem läuft das Geschehen flüssig, die Zwischensequenzen lassen etwas Herr der Ringe Feeling aufkommen. Für Gänsehaut sorgt auch der Original-Filmsound, die deutschen Sprecher haben ihre Arbeit ebenfalls sehr gut gemacht. Die Charaktermodelle sind im Comic-Look ausgeführt, das passt zum Gesamtbild.

Fazit:
„Herr der Ringe - Die Abenteuer von Aragorn“ ist zwar kein Meisterwerk in Sachen Lizenzverwurstung, was es macht, macht es aber gut, und zwar breitentauglich. Das wiederum dürfte Pro-Gamer rasch unterfordern. Aber an diese Zielgruppe ist das Game auch nicht gerichtet. Junge Spieler und Casuals haben jedenfalls mit der launigen Monsterverklopperei im Herr der Ringe-Setting eine Mordsgaude. Der Soundtrack ist toll gemacht, der Look stimmig und technisch gut angepasst. Letztlich muss jeder entscheiden, ob „Herr der Ringe - Die Abenteuer von Aragorn“ das richtige Spiel für ihn ist, aber die Entwickler von Publisher Warner Bros. Interactive haben hier ein grundsolides Werk abgeliefert, das sich gerade auch vor dem Hintergrund der langsam sterbenden PSP gut präsentiert. Mir hat`s gefallen! Hardcore-Gamer zocken besser vorher an - zum Beispiel in einem der UP2-Games-Läden im Land. 


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