Heroin und Kokain bei McDonalds

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Heroin und Kokain bei McDonalds
Amsterdamer Kurier wollte einem Dealer in einer McDonalds-Filiale 3,6 kg Heroin und Kokain verkaufen – beide benahmen sich bei der Übergabe so auffällig, dass sie die Polizei problemlos festnehmen konnte.

Ein schnelles Geschäft im Fast-Food-Lokal wollten offensichtlich ein Dealer und ein Drogenkurier aus Amsterdam in Wien machen – die beiden wurden allerdings nach der Übergabe von 3,6 Kilo Heroin und Kokain, die in einer Laptoptasche eingenäht waren, von Fahndern des Kriminalkommissariates West gestellt und festgenommen, wie die Polizei heute, Freitag, bekannt gab. Die Drogen haben einen Straßenhandelswert von rund 350.000 Euro.

Der Mann mit dem Szenenamen „Alhadji“ war nach Angaben von Oberstleutnant Georg Rabensteiner vom KK West nach einem „Zund“ bereits seit vergangenen Dezember beobachtet worden. Seine genauen Personalien sind übrigens nicht geklärt: Der Mann behauptet, aus Kamerun zu stammen, spricht aber laut Rabensteiner einen nigerianischen Dialekt. Auch das Alter ist unsicher. Am 4. Jänner kam es schließlich zur entscheidenden Begegnung in der McDonald’s-Filiale auf der Thaliastraße nahe des Brunnenmarktes: Der 41-jährige Teunis S. aus Amsterdam – laut Rabensteiner in den Niederlanden bereits einschlägig amtsbekannt – lieferte die Laptoptasche mit rund zwei Kilo Heroin und 1,6 Kilo Kokain.

Beide Beteiligten waren allerdings ziemlich nervös und benahmen sich folglich etwas auffällig. Im Lokal schüttete „Alhadji“ seinen Lieferanten z.B. versehentlich mit Cola an. Nach der Übergabe gingen die Beiden getrennt weg. Der Schwarzafrikaner fühlte sich – wie sich zeigen sollte: durchaus begründet – verfolgt. Er drehte sich mehrfach um und beobachtete zwei Personen, völlig unbeteiligte Passanten, intensiv, die er offenbar für Fahnder hielt – so intensiv, dass er das tatsächliche Observationsteam der Polizei nicht bemerkte. „Die Festnahme hat ihn getroffen wie der Blitz“, so Rabensteiner.

Die Laptoptasche samt Inhalt wurde sichergestellt. In der Wohnung des Afrikaners fanden sich laut Polizei 177 Gramm Kokain, der Rest aus einer ähnlichen Lieferung vom 24. Dezember, als „Alhadji“ von einem anderen Kurier versorgt worden war. Rabensteiner zufolge ist der Verdächtige auch diesbezüglich geständig. Der Dealer und sein Kurier wurden unterdessen in das Wiener Landesgericht eingeliefert. Seit der Festnahme des Duos wurde die internationalen Kontakte und „Transport-Partner“ von Teunis S. kriminalistisch „abgeklopft“, daher, so Rabensteiner, wurde der Fall erst jetzt bekannt gegeben.

Redaktion: Elisabeth Skoda

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