Hernals: Ein kulturreicher Wiener Bezirk mit bewegter Geschichte

Von Jennifer Schindl
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Das Schloss Neuwaldegg in Wien-Hernals.
Das Schloss Neuwaldegg in Wien-Hernals. - © Vienna.at
Der 17. Wiener Gemeindebezirk Hernals wird besonders wegen seiner Nähe zum Stadtzentrum und der Möglichkeit, schnell in ein Erholungsgebiet auszuweichen, geschätzt. Was der Bezirk sonst noch zu bieten hat, erfahren Sie hier.

1892 wurde der Bezirk Wien-Hernals aus den selbstständigen Gemeinden Dornbach, Hernals und Neuwaldegg gebildet. Ursprung des Bezirksnamens ist ein Rittergeschlecht: die “Herren von Als”.

Von Pferdetramway und Dampflokomotive zur türkisen U-Bahn

Hauptverkehrs- und -entwicklungsachse ist bereits seit der Römerzeit die Hernalser Hauptstraße. Ab 1865 noch von einer Pferdetramway befahren, wurde diese später von der heute stark beanspruchten Linie 43 abgelöst. Aufgrund der Auslastung der Straßenbahnlinie wird nun die Ausweitung des U-Bahnnetzes nach Hernals geplant. Ab 2025 soll es am Elterleinplatz türkis leuchten, später soll die neue U5 bis zur Schnellbahnstation Hernals und eventuell sogar bis nach Neuwaldegg geführt werden.

Die bei der stilvollen Station Hernals geführte S45 wird bereits seit 1898 und bis heute von den Wienern liebevoll “Vorortelinie” genannt. Zunächst wurde die Linie sogar von Dampflokomotiven befahren. Sie ist als einzige der Wiener Stadtbahnen nicht von der Gemeinde Wien übernommen worden und wird heute von den ÖBB betrieben.

Es grünt so grün

Hernals nimmt 2,7 Prozent des Wiener Stadtgebiets ein, damit liegt der Bezirk flächenmäßig an zehnter Stelle. Über die Hälfte sind Grünflächen, wovon wiederum mehr als drei Viertel bewaldet sind. Auf seiner Gesamtfläche tummeln sich knapp 55.000 Menschen. Damit reiht sich Hernals an die 14. Stelle der Bezirkseinwohneranzahl im wienweiten Vergleich. Es wird erwartet, dass die Hernalser Bevölkerung weiter anwächst.

Gut zu wissen: Fakten über Hernals

Neben diversen das Stadtbild schmückenden Kirchen, Bädern und Museen sind für Kultur-Interessierte besonders das Metropol, die Kulisse und das Schloss Neuwaldegg hervorzuheben. Der höchste Hernalser Berg ist der Heuberg mit 464 Metern – für den westlichen Teil Österreichs würde das wohl höchstens als “Bichl” durchgehen. Stolz ist man trotzdem darauf, ebenso wie die Jugend auf den gratis W-Lan Hotspot am Elterleinplatz. In den nächsten Jahren sollen weitere Netzwerkpunkte folgen.

Bekannte Künstler des Bezirks sind u.a. die Schrammel-Brüder, der Dichter Ferdinand Sauter, nach dem auch die Sautergasse benannt wurde, der Schriftsteller Frederic Morton, die Schauspielerin Marianne Schönauer, der Architekt Friedrich von Schmidt und der Eiskunstläufer Karl Schäfer. Eine weitere zurzeit bekannte Person für die Hernalser ist Ilse Pfeffer, derzeitige Bezirksvorsteherin von Wien-Hernals. Bereits seit 2002 ist sie im Amt und vertritt ihre Partei, die SPÖ. Übrigens ist der 17. Wiener Gemeindebezirk bereits seit 1946 fest in roter Hand.

Unglaubliches aus dem 17. Wiener Gemeindebezirk

  • Der Hernalser Partnerbezirk ist das japanische Fuchū
  • Die Kunsteisbahn Engelmann eröffnete 1909 als erste Freilufteisbahn der Welt
  • Im 17. Wiener Gemeindebezirk gibt es einen Berg, der “Zwei Gehängte” heißt
  • Der Sportklubplatz gilt mit seiner Entstehung 1904 als der älteste Fußballplatz Österreichs
  • Mittlerweile unterirdisch und kanalisiert verläuft die Als, der zweitlängste Wienerwaldbach

Politische Ausrichtung im Bezirk

Bezirksvorsteher: Dr. Ilse Pfeffer (SPÖ) Wohnbevölkerung (1.1.2014): 54.422 Durchschnittsalter (1.1.2014): 40 Jahre Ausländeranteil (1.1.2014): 29,0 % Wahlberechtigte Gemeinderatswahl 2010: 33.312

Daten-Quelle: Das kleine 1×23 der Wiener Bezirke

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