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Heidi - Trailer und Kritik zum Film

Oft ist die Geschichte rund um das Schweizer Waisenmädchen Heidi in den vergangenen 130 Jahren erzählt und auf der Leinwand und im TV neu interpretiert worden.

Zu oft, vielleicht. Die Skepsis gegenüber Alain Gsponers Neuverfilmung ist bei vielen dementsprechend groß – die Sorge aber ist unberechtigt, wie der überraschend kitschfreie, berührende Familienfilm “Heidi” ab Freitag im Kino zeigt.

Heidi – Die Geschichte

Im Kern bleibt alles beim Alten: Von ihrer Tante Dete wird die kleine Heidi (Anuk Steffen) vor der kargen Almhütte ihres Großvaters, dem im Dorf verrufenen Almöhi (Bruno Ganz), abgesetzt. Der raubeinige Eigenbrötler reagiert missmutig auf den unerwünschten Neuankömmling, will das Mädchen so bald wie möglich als Arbeitskraft bei einem beliebigen Bauern anbringen. Doch ehe es dazu kommen kann, wächst ihm das Kind ans Herz – und wird ihm nach einem knappen Jahr auch schon wieder von Dete entrissen.

Im entfernten Frankfurt am Main soll Heidi nämlich der an den Rollstuhl gebundenen Tochter des wohlhabenden Herr Sesemann, Klara (Isabelle Ottmann), als Spielkameradin Gesellschaft leisten. Doch dem “Wildfang” wird es bei all den strengen Regeln des Kindermädchens Fräulein Rottenmeier (wunderbar dauer-echauffiert: Katharina Schüttler) schnell zu eng in der weitläufigen, (gefühls-)kalten Villa. Und das Heimweh an die Schweizer Berge und den Großvater drohen, sie krank zu machen…

Von wegen heile Bergwelt, Dirndl und Schweizer Klischees: Die 2015er-“Heidi” ist den Romanvorlagen der Schweizer Kinderbuchautorin Johanna Spyri aus 1880/81 näher als den teils verklärenden Film- und TV-Adaptionen, die ihnen folgen sollten. Petra Volpes Drehbuch ist nicht zuletzt berührendes Sozialdrama, und ihr Schweizer Landsmann Alain Gsponer (“Das kleine Gespenst”) hält sich an historische Begebenheiten, überträgt das von Armut und Industrialisierung gleichermaßen geprägte 19. Jahrhundert auf die Leinwand. Die Berge werden nichtsdestotrotz wunderschön ins Bild gerückt, dienen als Spielwiese für Heidi und ihren aufbrausenden Freund, den Geißenpeter (Quirin Agrippi), und später als Sehnsuchtsort für ein entwurzeltes Mädchen.

Heidi – Die Kritik

Dass der Film dabei kindgerecht bleibt und nie allzu düster wird, liegt vor allem an der zehnjährigen Anuk Steffen, die beim Casting aus rund 500 Mädchen ausgewählt wurde. Mit ihrer Natürlichkeit und Frohnatur verzaubert das braungelockte Mädchen gleich in den ersten Filmminuten, in denen sie sich beim Aufstieg auf die Alm die einengenden Kleider vom Leib reißt und barfüßig nur im leichten Unterkleid zwischen Ziegen über die Wiese tanzt. Sie redet ganz natürlich mit Schweizer Einschlag (das herzzerreißende “Großvatr!” bleibt einem noch lange im Kopf!), steht aber doch für etwas ganz Universelles, für die Suche nach der eigenen Identität und den Wunsch nach einem Zuhause.

Man kann verstehen, warum das Herz des grantelnden, herrischen Almöhis ausgerechnet bei diesem Mädchen erweicht. Die Besetzung von Schauspielgröße Bruno Ganz ist ein wahrer Coup, erzählt der 74-jährige Schweizer doch mit wenigen Worten und kleinen Gesten sehr viel. Seine Bewegungen zeugen von Schwerstarbeit auf der Alm, seine müden Augen werden glasig, als Heidi ihn stürmisch umarmt, nachdem er ihr erlaubt hat zu bleiben – mit der simplen Geste eines zweiten Stuhls am Esstisch. Fast beiläufig passiert diese Annäherung, und trifft den Zuseher direkt ins Herz.

Am Ende wird es dann zwar doch noch ausbrechen, das große Gefühlskino – doch sogar die Szene, in der Klara hoch oben auf der Alm plötzlich wieder gehen kann, ist so reduziert, wie es in der Kulisse nur möglich ist. Gebraucht hat es eine Neuverfilmung vielleicht nicht, denkt man sich dann. Gelungen ist sie aber allemal.

(APA)

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