Höchster Orden der Republik für Häupl

Bundespräsident Fischer und Bürgermeister Häupl nebst Orden.
Bundespräsident Fischer und Bürgermeister Häupl nebst Orden. - © AP
Wiens Bürgermeister Häupl wurde mit höchsten Weihen bedacht. Bundespräsident Fischer überreichte ihm den Orden: “Du hast unglaubliche Energie und Tatkraft in die Entwicklung der Bundeshauptstadt investiert.”

Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl hat am Freitag die höchste Auszeichnung der Republik erhalten: Bundespräsident Heinz Fischer überreichte ihm in der Hofburg das “Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich”. Das Staatsoberhaupt gratulierte dabei dem Stadtoberhaupt zu seinem 15-jährigen Amtsjubiläum. Häupl ist seit dem 7. November 1994 Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien.

Der Antrag für die Verleihung kam von der Bundesregierung, wie Fischer berichtete. Der entsprechende Beschluss sei einstimmig gefallen. Auch der heutigen Verleihung haben zahlreiche prominente Spitzenpolitiker, vor allem aus den Reihen der SPÖ, beigewohnt – unter anderen Bundeskanzler Werner Faymann, Nationalratspräsidentin Barbara Prammer sowie Mitglieder der Bundes- und Stadtregierung. Aber auch Häupls Familie war zugegen.

Nicht kurz und bündig

Fischer erinnerte in seiner Rede zunächst daran, was Häupl bei einer früheren Gelegenheit dem damaligen Bundespräsidenten Thomas Klestil ausgerichtet hatte, als eine Ehrung bevorstand: “Sagen sie ihm, kurz und bündig soll er es machen.” Diesen Wunsch könne er nicht ganz erfüllen, so Fischer heute. Er verzichte jedoch darauf, Geschichten aus diversen Gremien zu erzählen, in denen er mit Michael Häupl gesessen sei: “Das wäre kurz und bündig nicht mehr unterzubringen.”

“Du hast unglaubliche Energie und Tatkraft in die Entwicklung der Bundeshauptstadt investiert”, würdigte Fischer den Bürgermeister. Die Position Wiens unter den Hauptstädten der Welt, was Lebensqualität, was die Schönheit betreffe, das Wien des kulturellen und auch des wissenschaftlichen Lebens: “Das ist alles sehr bemerkenswert.”

Fußball kein Streitfall

Fischer erinnerte auch an die persönliche Zusammenarbeit mit Häupl, etwa im Bereich Naturschutz, sowie an eine gemeinsame Leidenschaft: “Nicht einmal das Thema Fußball kann uns entzweien.” Trotz “unterschiedlicher Vorlieben” pflege man eine harmonische Zusammenarbeit, so der deklarierte Rapid-Fan Fischer in Richtung des Austria-Anhängers Häupl. Dieser zeigte sich jedenfalls erstaunt. “Zunächst einmal darf ich deinen Mut bewundern, dass du das Thema Fußball heute (nach den Niederlagen der beiden Vereine, Anm.) ansprichst”, meinte Häupl im Auftakt seiner Dankesrede.

Häupl zitierte einen Spruch Bruno Kreiskys: “Es ist die Rache der Geschichte an den jungen Revolutionären, dass sie im fortgeschrittenen Alter mit Orden und Ehrenzeichen geschmückt auf den Opernball gehen müssen.” Aber, so betonte Häupl, man werde zweifelsfrei älter und sehe die Dinge dann anders. Er sei “sehr, sehr dankbar” für die Entscheidung der Bundesregierung.

Dank statt Dekoration

Die hohe Auszeichnung fasse er nicht als “Dekoration” auf, die sich mit dem zunehmenden Alter ergebe, sondern als einen Dank, den man ihm entgegenbringe. Das Ehrenzeichen sei aber auch ein “Animo für die Zukunft”. Und Häupl versprach: “Ich werde selbstverständlich mit Stolz beim nächsten Opernball diese Auszeichnung tragen.”

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