12. Oktober 2012 15:41; Akt.: 17.10.2012 14:43

Harter Schlagabtausch zwischen Ryan und Biden

Harter Schlagabtausch bei der TV-Debatte der Vize-Kandidaten im US-Wahlkampf: Vor allem beim Thema Nahost und Wirtschaft kam es bei der Debatte in Danville im US-Staat Kentucky am Donnerstagabend zu harten Wortgefechten zwischen dem demokratischen Vize-Präsidenten Joe Biden und dem Republikaner Paul Ryan.

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Ryan warf US-Präsident Obama vor, Amerika in der Welt als eine schwache Nation darzustellen. Dies ließ der 69-jährige Biden nicht auf sich sitzen: “Mit allem Respekt, das ist vollkommener Quatsch!” Zudem beschuldigte Ryan die US-Regierung, im vergangenen Monat widersprüchliche Angaben über den tödlichen Anschlag auf den amerikanischen Botschafter in Libyen gemacht zu haben: “Der Präsident hat zwei Wochen gebraucht um einzugestehen, dass dies ein Terroranschlag war.”

Biden warf den Republikanern im Gegenzug vor, die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm zu übertreiben. “Was für ein loses Gerede”, sagte Biden. Der Iran sei noch ein gutes Stück vom Atomwaffenbesitz entfernt. Mit Blick auf die harsche Rhetorik des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Romney im Atomstreit warnte Biden vor “einem weiteren Krieg”. Obama werde alles tun, um einen nuklear bewaffneten Iran zu verhindern. Ryan erklärte die Bemühungen Obamas, die Regierung in Teheran zum Einlenken zu bewegen, dagegen für gescheitert.

Ryan warf Biden zudem vor, die Regierung habe in vier Jahren Amtszeit keinen echten Aufschwung geschaffen. Es gebe 23 Millionen Arbeitslose. “So sieht kein echter Aufschwung aus.”

Die Debatte war wesentlich lebhafter als das Duell zwischen Präsident Obama und seinem Herausforderer Romney vor einer Woche. Nach der enttäuschenden Vorstellung von Obama beim ersten Fernsehduell mit Romney steht Biden unter Druck, mit seinem Auftritt wieder einen Vorsprung herauszuarbeiten. Romney war daraus als eindeutiger Sieger hervorgegangen, seitdem steigt seine Popularität in Umfragen deutlich an.

Ersten Umfragen zufolge lag Ryan mit 48 zu 44 Prozent vorne. Bei den zahlreichen noch unentschiedenen Wählern schnitt indes Biden deutlich besser ab. In der Gruppe, die bei der Wahl eine entscheidende Rolle spielen dürfte, kam er in einer Erhebung des Nachrichtenkanals CBS News auf 50 Prozent, Ryan erreichte 31 Prozent. “Ich würde sagen, es war ein Unentschieden”, sagte der Kommunikationsexperte David Steinberg von der Universität von Miami.



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