Häupl und Schönborn besuchten minderjährige Flüchtlinge in Wien

Bürgermeister Michael Häupl und Kardinal Schönborn besuchten minderjährige Flüchtlinge.
Bürgermeister Michael Häupl und Kardinal Schönborn besuchten minderjährige Flüchtlinge. - © APA
Vor einem Monat eröffnete die Caritas die “WG Yunus” für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, in dem 45 Burschen ein neues zu Hause gefunden haben. Nun wurde sie von Bürgermeister Michael Häupl und Kardinal Schönborn besucht und ließen sich sogar auf ein Wuzzler-Match ein.

Die Burschen in der “WG Yunus” sind zwischen 14 und 18 Jahre alt. Sie stammen aus Afghanistan, Syrien und Somalia. Einer von ihnen ist Ahmad. Er kommt aus Syrien, ist 17 Jahre alt und seit vier Monaten in Österreich. Eigentlich wollte er nach Deutschland, doch als er gesehen hat, wie nett die Menschen in Österreich seien, beschloss er hierzubleiben: “Wien ist sehr schön. Die Leute in Österreich sind sehr nett”, sagte er im Gespräch mit der APA – noch auf Englisch. Deutsch lernt er gerade, denn sein Ziel ist hier zu studieren: “Ich will Ingenieur werden.”

Junge Flüchtlinge fanden in Wien neues zu Hause

Nach Österreich ist Ahmed über die sogenannte Ostroute gekommen: “Syrien, Türkei, Griechenland, Mazedonien, Serbien, Ungarn, Österreich.” Und er erinnert sich: “In Ungarn und Serbien war die Polizei sehr schlimm.” Durchgeschlagen hat er sich ganz alleine, seine Familie ist in Rakka geblieben. Geflüchtet ist der 17-Jährige wegen des Krieges und der Bedrohung durch die Extremistenorganisation “Islamischer Staat” (IS).

Die anderen Burschen der “WG Yunus” haben ähnliche Schicksale. “Es gibt Jugendliche, die die Eltern unterwegs verloren haben. Es gibt Jugendliche, die schon im Herkunftsland die Eltern verloren haben – die verstorben sind oder umgebracht worden sind. Es gibt auch Jugendliche, wo es noch Elternteile im Herkunftsland gibt”, erzählte Mirela Meric, die für die WG zuständig ist. Was die Flucht betrifft, so gehen die Heimbewohner unterschiedlich damit um: “Manche reden sehr offen darüber, andere sind sehr verschlossen.”

Betreuung in der “WG Yunus”

In der “WG Yunus” wird versucht, den Jugendlichen Struktur und Alltag zu bieten: Schulbesuche, Deutschkurse, Arzttermine, Behördengänge und Freizeitbetreuung. Jeweils zu zweit teilen sich die Burschen die Zimmer. Zettel an den Türen verraten, wer in den Räumen wohnt. Nettes Detail: Auf den Namensschildern ist immer auch ein lachender Smiley gezeichnet.

Am Donnerstag gab es hohen Besuch für die Bewohner: Schönborn, Häupl und Landau wollten sich einen Eindruck von der “WG Yunus” verschaffen. Zwei Burschen führten die Herren durch das Haus und zeigten ihre Zimmer. Abschließend lieferten sich Schönborn und Häupl sogar auf ein Tischfußball-Match mit den Jugendlichen. Wobei der Kardinal zunächst Schlimmes befürchtete – “Das kann nur schiefgehen.” – sich dann aber doch auf ein Duell mit dem Bürgermeister einließ, das Häupl dann auch gewann.

Häupl und Schönbron zu Besuch

Abgesehen vom Spaß gab es aber auch ernste Worte für die anwesenden Medienvertreter. Die drei Verantwortlichen warnte vor einem Scheitern der EU bei der Suche nach einer Lösung in der Flüchtlingsproblematik. Für Landau führt etwa kein Weg vorbei, dass Europa ein Stück weit solidarischer ausgestaltet werden muss: “Klar ist: Es kann nicht sein, dass auf Dauer zehn von 28 Ländern 92 Prozent der Verfahren durchführen.”

Schönborn erinnerte, dass er selbst aus einer Flüchtlingsfamilie aus der früheren Tschechoslowakei kommt: “Ich bin als Baby in den Armen meiner Mutter als Flüchtling nach Österreich gekommen, in einer Zeit, wo wir drei Millionen Flüchtlinge waren am Ende des Krieges. Und wir sind als Menschen aufgenommen worden. Von Menschen, die weiß Gott weniger hatten als wir heute.” Darum sei er sehr stolz auf “die deutliche Hilfsbereitschaft” in diesem Land.

Und Häupl unterstrich eindringlich, dass “keine versteckten Terroristen” ins Land kommen würden: “Das sind Hilfe suchende junge Leute, die daheim nicht mehr leben können. Die nicht freiwillig davon gelaufen sind. Die würden wahnsinnig gern in ihrer Heimat bleiben.”

(APA)

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