"Haben aus deutschen WM-Fehlern gelernt"

"Haben aus deutschen WM-Fehlern gelernt"
Die Fußball-Europameisterschaft EURO 2008 bildet für den neuen Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner den “größten Brocken” in der nahen Zukunft. Auch gelte es, den Anteil der internationalen Gäste weiter auszubauen.

Die „Totalauslieferung an ein oder zwei Märkte“ hält er für gefährlich. Bei der internationalen Vermarktung will er zur „herkömmlichen Medienarbeit“ zusätzlich das Web 2.0 einsetzen, wie er im Interview mit der APA erklärte.

Für die EURO 2008 sieht es Kettner als Herausforderung, an die gute Stimmung bei der Weltmeisterschaft in Deutschland heranzukommen. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht habe der Wien-Tourismus von der Fußball-WM 2006 gelernt. „In Deutschland hat die FIFA irrsinnige Kontingente gebucht, die am Ende nicht abgerufen wurden.“ Parallel dazu habe es eine Goldgräberstimmung gegeben, was eine Preisexplosion ausgelöst habe. In der Folge wurden etwa in München zweistellige Nächtigungsrückgänge verbucht. Die Preisvorstellungen der deutschen Hoteliers seien nicht aufgegangen, im Gegenteil: Die Beherbergungsbetriebe wären auch noch auf ihren Kontingenten sitzen geblieben.

Der Wien-Tourismus habe hier noch unter seinem Vorgänger, Karl Seitlinger, die österreichischen Hoteliers vor zu großen Bettenkontingenten gewarnt, die im Zuge der EM möglicherweise von der UEFA gebucht werden. Preisrausch und das Blocken großer Kontingente seien aber ohnehin ausgeblieben. Die UEFA gehe einen anderen Weg. Im Unterschied zur FIFA wurden beispielsweise keine Kontingente für Schlachtenbummler gebucht.

Im eigenen Haus sieht der Wien-Tourismus-Chef wenig Handlungsbedarf. Dieses würde „perfekt“ funktionieren. Die Herausforderung sieht Kettner eher im Beitrag des Wien-Tourismus zum gesamtösterreichischen Tourismus. Ziel müsse sein, Marktanteile zurückzugewinnen. Von der Konzentration der Herkunftsmärkte sei Wien aber weniger betroffen.

„Bei uns sind 40 Prozent deutschsprachige und 60 Prozent nicht deutschsprachige Gäste. In Gesamtösterreich ist es umgekehrt oder noch stärker.“ Prognosen zufolge würden Brasilianer, Chinesen, Russen oder Inder bis 2011 fast 14 Prozent mehr Geld für Reisen ausgegeben. „Das heißt, dass wir dort präsent sein müssen“, so Kettner zu den Zukunftsmärkten.

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