Gut 25 Jahre nach Film: “Schtonk!” auf Bühne uraufgeführt

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Filmkomödie als Theaterstück
Filmkomödie als Theaterstück - © APA (dpa)
Rund 25 Jahre nach dem Erfolgsfilm über die gefälschten Hitler-Tagebücher ist die Komödie “Schtonk!” erstmals im Theater gezeigt worden. Vor fast 500 Zuschauern wurde die Bühnenfassung des Streifens von Helmut Dietl (1944-2015) am Samstag im Schauspielhaus in Esslingen bei Stuttgart uraufgeführt.

Witwe Tamara Dietl hatte die Rechte Esslingen zugesprochen. Intendant Friedrich Schirmer, einst Leiter des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg, und Regisseur Marcus Grube überzeugten sie mit einer Fassung sehr nah am Original. Keine Szene, kein Wort stammt nicht von Dietl. “Sein Text ist wie eine Partitur”, sagte Grube.

Die Geschichte ist bekannt: Im April 1983 erklärte ein Hamburger Magazin, dass sich Adolf Hitlers geheime Tagebücher in seinem Besitz befänden. Auszüge wurden veröffentlicht, fanden weltweit Beachtung – aber ebenso viel Skepsis. Zwei Wochen später war der Spuk vorbei: Das Bundeskriminalamt berichtete, dass es sich zweifelsfrei um Fälschungen handelte. Etliche Millionen sollen bis dahin für insgesamt 62 Bände unter anderem an den Fälscher Konrad Kujau geflossen sein.

Helmut Dietl und Ulrich Limmer verfilmten den Skandal 1992 unter dem Titel “Schtonk!”. Mit der Bühnenfassung werde wichtiger Stoff fürs deutsche Theater gewonnen, sagte Intendant Schirmer. In einer Zeit, in der tagtäglich über Fake News diskutiert werde, bleibe einem in mancher Szene das Lachen im Hals stecken. Jede vermeintliche Sensation, jede Lüge brauche auch immer jemanden, der sie glaube, sagte Schirmer.

(APA/dpa)

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