Guggenheim Museum in NY verzichtet auf lebendige Tiere

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Ursache sind Gewaltandrohungen von Tierschützern
Ursache sind Gewaltandrohungen von Tierschützern - © APA (Getty)
Das New Yorker Guggenheim-Museum zieht nach Gewaltdrohungen von Tierschützern drei Kunstwerke einer Ausstellung moderner Kunst Chinas zurück, in denen lebende Tiere zur Schau gestellt werden. “Art and China after 1989: Theater of the World” wird am 6. Oktober eröffnet und ist bis 7. Jänner 2018 zu sehen.

Die Ausstellung präsentiert chinesische Kunst der Zeit nach der gewaltsamen Niederschlagung des Volksaufstandes am Tiananmen-Platzes von 1989 bis 2008. Zu den für die Ausstellung vorgesehenen Werken gehören drei Exponate, die lebende Tiere zeigen oder sogar daraus bestehen.

Das symbolträchtigste davon, das der Schau ihren Namen verliehen hat, ist “Theater of the World” von Huang Yong Ping, eine achteckige Installation, die Hunderte von Reptilien und Insekten bewohnen. Während der dreimonatigen Ausstellungsdauer sollten die Besucher das symbolische Ökosystem beobachten können, in dem die Schwächsten gefressen werden.

Um gegen diese Installation zu protestieren, haben Tierrechtsaktivisten in sozialen Netzwerken eine Kampagne gestartet, die sich gegen Tierquälerei in der Kunst einsetzt. Unter anderem wurden auf der Webseite Change.org mehr als 690.000 Unterschriften für eine Petition gesammelt, in der auch der Ausschluss der Arbeit “Dogs That Cannot Touch Each Other” gefordert wird.

Dabei handelt es sich um ein Video der chinesischen Künstler Sun Yuan und Peng Yu. Es zeigt zwei Pitbull-Hunde, die erfolglos versuchen, übereinander herzufallen, da sie am Hals auf einem Laufband angekettet sind und sich nicht berühren können. Das dritte umstrittene Werk, das von den Tierschützern beanstandet wird, ist “A Case Study Of Transference” des chinesischen Künstlers Xu Bing. In der Videoarbeit kopulieren zwei Schweine vor Zuschauern.

Nach mehreren Tagen intensiver Kampagne, die vor allem von der amerikanischen Tierrechtsorganisation PETA forciert wurde, hat das Guggenheim-Museum nachgegeben. Obwohl die Werke bereits in Museen in Asien, Europa und in den Vereinigten Staaten ausgestellt worden seien, sehe sich das Guggenheim Museum aufgrund von expliziten und wiederholten Gewaltandrohungen zu dieser Entscheidung veranlasst, so das Museum in einer Aussendung.

“Da wir eine Kunstinstitution sind, die vielfältige Meinungen repräsentieren möchte, macht es uns sehr betroffen, dass wir die Kunstwerke zurückziehen müssen”, so das Museum. “Die Meinungsfreiheit ist immer ein Grundwert des Guggenheim Museums gewesen und wird es auch bleiben.”

(APA/AFP)

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