Gruppe D: Kroatien holt sich den Gruppensieg vor Spanien

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Kroatien feierte in der Gruppe D einen 2:1-Sieg über Spanien und spielt sich an die Tabellenspitze.
Kroatien feierte in der Gruppe D einen 2:1-Sieg über Spanien und spielt sich an die Tabellenspitze. - © AFP
Mit einem 2:1-Sieg über Titelverteidiger Spanien sicherte sich Kroatien den ersten Tabellenplatz in der Gruppe D. Die Türkei darf als Gruppendritter noch auf das Achtelfinale hoffen.

Mit einem 2:1 gegen Titelverteidiger Spanien zog die Balkan-Elf am Dienstag in Bordeaux noch an den am Ende zweitplatzierten Iberern vorbei. Alvaro Morata (7.) hatte Spanien früh voran gebracht, Nikola Kalinic gelang kurz vor der Pause das 1:1 (45.), ehe Ivan Perisic in der 87. Minute noch einmal für Kroatien traf.

Die Türkei darf als Gruppendritter noch auf das Achtelfinale der Europameisterschaft hoffen. Im letzten Gruppenspiel gegen die zuvor ebenfalls auf einen vollen Erfolg angewiesenen Tschechen setzten sich die Türken in Lens mit 2:0 (1:0) durch. Burak Yilmaz erzielte in der 10. Minute den ersten Treffer der Türken im Rahmen dieser Endrunde. Ozan Tufan traf dann in der 65. Minute zur Entscheidung, nachdem die Tschechen vergeblich auf den Ausgleich gedrückt hatten.

Tschechien gege Türkei: 0:2

Burak Yilmaz erzielte in der 10. Minute den ersten Treffer der Türken im Rahmen dieser Endrunde. Ozan Tufan traf dann in der 65. Minute zur Entscheidung, nachdem die Tschechen vergeblich auf den Ausgleich gedrückt hatten. Mit nur einem Punkt aus drei Spielen musste die Mannschaft von Trainer Pavel Vrba vorzeitig die Koffer packen.Von Beginn an ließen beide Mannschaften keine Zweifel daran, dass viel auf dem Spiel stand. Die Zweikämpfe verliefen intensiv, viele Härteeinlagen prägten die Partie. Die Türkei erwischte den besseren Start: Nach einem Gegenstoß über Turan und den künftigen Dortmunder Mor verwertete der in China unter Vertrag stehende Yilmaz die Hereingabe eiskalt.

Die auf zwei Tore angewiesenen Tschechen fingen sich nach dem Fehlstart aber schnell. Ein Kopfball von Verteidiger Tomas Sivok an die Stange hätte nach einer Viertelstunde den Ausgleich bedeuten können. Rechtsverteidiger Pavel Kaderabek machte dann viel richtig, bewies im Abschluss jedoch Unentschlossenheit (24.). Der anstelle von Rosicky mit einer größeren Führungsrolle bedachte Jaroslav Plasil zwang den türkischen Schlussmann Volkan Babacan zu einer Parade (38.).

Doch auch die Türkei war gefordert. Um den Sprung ins Achtelfinale doch noch zu schaffen, war ein deutlich höherer Sieg nötig. Immer wieder versuchte die Terim-Elf über ihre schnellen Flügel Mor und Volkan Sen Druck auf die tschechische Abwehr auszuüben. Das Spiel gestalteten aber die Tschechen, die weiter vergeblich anrannten.

Das Geschehen auf dem Spielfeld spielte sich auch nach Seitenwechsel zunächst fast ausschließlich in der Spielhälfte der Türken ab. Diesen gelang aus einer Standardsituation aber das umjubelten zweite Tor. Nach einem Freistoß legte Mehmet Topal aus abseitsverdächtiger Position für Tufan auf, der den Ball ins kurze Eck drosch. Auf den Rängen wurde im türkischen Sektor Pyrotechnik danach gezündet, auf dem Spielfeld landeten Rauchbomben. Dies dürfte ein Nachspiel vor den UEFA-Gremien nach sich ziehen.

Kroatien – Spanien: 2:1

Del Bosque hatte die Medien vor dem Spiel etwas in die Irre geführt. Statt einige frische Kräfte zu bringen, schickte der Startrainer zum dritten Mal hintereinander die selbe Startelf ins Rennen. Die hatte aufgrund eines Traumstarts schnell Grund zum Jubeln. Nach schöner Aktion über David Silva und Cesc Fabregas musste Morata den Ball nur mehr über die Linie drücken (7.). Der Noch-Juventus-Turin-Stürmer übernahm damit gemeinsam mit Wales-Star Gareth Bale die Führung in der EM-Schützenliste, in seinem zwölften Länderspiel war es der sechste Treffer.Nolito hätte gleich nachlegen können, sein Volley ging aber knapp daneben (9.). Die Kroaten hatten deutlich weniger Spielanteile, hätten aber beinahe von einem groben Schnitzer von David de Gea profitiert. Der Spanien-Goalie verlor leichtfertig den Ball, der Heber von Ivan Rakitic ging aber nur an die Latte und in der Folge Stange, anstatt ins Tor (14.). Auf der anderen Seite wurde ein Nolito-Schuss zur Ecke abgelenkt (28.).

So blieb es spannend und als viele Spieler wohl schon mit den Gedanken in der Halbzeitpause waren, schlugen die Kroaten aus dem Nichts zu. Perisic wurde nicht an der Flanke gehindert und der 28-jährige Fiorentina-Stürmer Kalinic vollendete in bester Goalgetter-Manier volley ins kurze Eck (45.).

Der Treffer schien die ohne Star Luka Modric angetretene Mannschaft von Trainer Ante Cacic so richtig zu beflügeln. Sie zeigte nach dem Seitenwechsel deutlich weniger Respekt und hielt das Geschehen noch offener als zuvor. Ein Seitfallzieher von Marko Pjaca verfehlte nur hauchdünn das Tor (57.). “La Roja” schien mit dem Remis zufrieden zu sein, kam dem Sieg aber trotzdem noch zweimal ziemlich nahe. Beide Male stand Kapitän Ramos im Mittelpunkt, er setzte einen Kopfball daneben (67.) und scheiterte mit einem Foulelfmeter an Danijel Subasic (72.). Es war so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit, war der Elfmeterpfiff von Björn Kuipers doch äußerst umstritten.

In der Schlussphase rächte sich die mangelnde Effizienz des Favoriten noch. Einen Bilderbuchkonter über Kalinic schloss Perisic ins kurze Eck ab (87.). In der letzten Aktion des Spiels rettete Rakitic bei einem Silva-Abschluss noch auf der Linie (95.), hielt den Sieg damit fest. Es war der erste Erfolg Kroatiens gegen Spanien seit einem Testsieg im März 1994 in Valencia (2:0). Die Kroaten revanchierten sich damit spät für die 0:1-Niederlage bei der EM 2012 im letzten Gruppenspiel. Damals hatte Jesus Navas (88.) spät für die Spanier getroffen.

Ausschreitungen auf den Rängen blieben diesmal aus, von angekündigten Hooligan-Aktionen war Gott sei Dank nichts zu sehen.

Die Tabelle in der Gruppe D

Pl
Sp
T
P
Mannschaft
1.
3
+2
7
Kroatien Kroatien
2.
3
+3
6
Spanien Spanien
3.
3
-2
3
Türkei Türkei
4.
3
-3
1
Tschechien Tschechien

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