Großer Andrang bei Ai Weiwei-Ausstellung im Kunsthaus Bregenz

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Großer Andrang bei Ai Weiwei-Ausstellung im Kunsthaus Bregenz
Bregenz –  Die Ausstellung “Art / Architecture” des chinesischen Künstlers und Regierungskritikers Ai Weiwei im Kunsthaus Bregenz (KUB) hat sich zum Publikumsmagneten entwickelt.

An diesem Wochenende werde man den 20.000sten Besucher begrüßen können, eine Zahl, die für die ganze Ausstellungsdauer von drei Monaten kalkuliert wurde, so das KUB am Donnerstag in einer Aussendung. Wegen des Zustroms verlängerte das Kunsthaus seine Sommeröffnungszeiten. Damit werde das Haus nun bis zum 11. September täglich von 10.00 bis 20.00 Uhr für die Besucher geöffnet sein, hieß es. Am Samstag und Sonntag werden zusätzliche Führungen angeboten.

Protestaktionen werden fortgeführt 

Laut Kurator Rudolf Sagmeister werden die Protestaktionen trotz der Haftentlassung des Künstlers fortgeführt, etwa der leuchtende Schriftzug “Free Ai Weiwei” auf dem Dach des KUB. “Es ist wichtig, dass man nicht so tut, als wäre Ai Weiwei jetzt ein freier Mann”, betonte Sagmeister. Man müsse die Aufmerksamkeit hochhalten, “allgemein für die Menschenrechte und freies Sprechen in China”. So habe man etwa die roten Tragetaschen mit dem Aufdruck “Free Ai Weiwei”, die das KUB bereits bei der Biennale verteilte, im Kunsthaus aufgelegt. Auch medial erfahre die Ausstellung einen ungeheuren Zuspruch. Die Besucherresonanz auf die Schau sei bisher sehr positiv, auch inhaltlich. Immerhin beleuchte die Schau mit seinen Architekturkooperationen einen bisher wenig beachteten Aspekt des Schaffens Ai Weiweis.

Besonders deutlich und weithin sichtbar wird die Haltung des Kunsthauses durch einen rot leuchtenden Schriftzug am Dach des Gebäudes. In rund zwei Meter hohen, nachts rot leuchtenden Buchstaben steht dort zu lesen “Free Ai Weiwei”. Teil der Solidaritätsaktion sind auch die KUB-Billboards an der vielbefahrenen Bregenzer Seestraße, die von Olafur Eliasson, Jenny Holzer, Barbara Kruger, Rirkrit Tiravanija, Luc Tuymans und Franz West gestaltet wurden und auf künstlerische Weise auf die Situation des Künstlerkollegen reagieren.

Ai Weiwei habe die Bregenzer Ausstellung komplett selbst gestaltet, betonte Kurator Sagmeister. Man stehe auch jetzt noch über enge Mitarbeiter laufend in Kontakt mit ihm. So habe man etwa kürzlich die Genehmigung erhalten, dass Musiker im Rahmen des “Kunst aus der Zeit”-Konzerts der Bregenzer Festspiele am 17. August die Werke betreten dürften. “Ai Weiwei arbeitet weiter voller Tatkraft, und es geht ihm gut. Er ist ein Kämpfer und ein Philosoph, er wird das aushalten, da hab ich keine Bedenken”, erklärte Kurator Sagmeister. (APA)

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