Großeinsatz wegen Schadstoffaustritts im Wiener Wilhelminenspital

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Formaldehyd-Austritt im Wilhelminenspital.
Formaldehyd-Austritt im Wilhelminenspital. - © MA 68 Lichtbildstelle
Im Wilhelminenspital kam es Mittwochfrüh zu einem Zwischenfall mit der Chemikalie Formaldehyd. Ein Behälter mit dem giftigen Stoff entpuppte sich als undicht. Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot zum Krankenhaus aus.

“Bei der geplanten Entsorgung von Formaldehyd in der Pathologie ist es zu einem Schadstoffaustritt gekommen”, berichtete ein Feuerwehrsprecher. “Es waren mehrere Behälter zu entsorgen. Zumindest ein Gebinde ist undicht und musste durch die Feuerwehr geborgen werden.”

Formaldehyd kann laut Chemielexikon Allergien, Haut-, Atemwegs- und Augenreizungen verursachen. Eine Krebs verursachende Wirkung wird vermutet. Akute Lebensgefahr, etwa durch ein toxisches Lungenödem oder eine Pneumonie, besteht ab einer Konzentration von 30 Milliliter pro Kubikmeter.

Formaldehyd im Wilhelminenspital ausgetreten

Die Einsatzkräfte trugen dabei Chemieschutzanzüge und untersuchten den Keller der Pathologie im Pavillon 31.

“Es wurde niemand verletzt. Patienten waren zu keiner Zeit gefährdet, da der Schadstoffaustritt in der Pathologie erfolgt ist”, sagte der Sprecher. Am frühen Vormittag war der Einsatz noch im Gang. Auf Anfrage von VIENNA.at gab das Wilhelminenspital vorerst keine weitere Auskunft zu dem Vorfall.

“Viel Aufregung um kleine Lacke”

Rund 15 Fahrzeuge der Feuerwehr waren mit 80 Mann im Einsatz. Christoph Miera, Sprecher vom Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), erläuterte schließlich die Situation. “Im Prinzip war es nur eine kleine Lacke am Boden, lediglich ein Behältnis dürfte undicht gewesen sein”, so Miera zu VIENNA.at.

Zwar sei die Feuerwehr eigens mit Drehleitern angerückt, benutzt wurden diese aber offenbar nicht. “Auf der Pathologie befinden sich auch keine Patienten, es war keine Evakuierung notwendig. Das Formaldehyd wird von einem professionellen Fachdienst entsorgt, dabei wurde der geringe Austritt entdeckt. Mittlerweile wurde auch dieser entsorgt, die Einsatzkräfte ziehen bereits wieder ab. Im Prinzip war es nur viel Aufregung um eine kleine Lacke.”

(APA/Red.)

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