Grüne und FPÖ kritisieren Fluglärm-Belastung

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Im Wiener Gemeinderat ist am Mittwoch über die Lärmbelastung durch am Flughafen in Schwechat landende und startende Flugzeuge diskutiert worden.

Grüne und FPÖ kritisierten die SPÖ-Stadtregierung: Die Belastung für die Anrainer sei gestiegen, doch die Sozialdemokraten versuchten dies schönzureden. Die SPÖ wies das zurück, die ÖVP verwies auf die Wirtschaftskraft des Airports.

Debattiert wurde in der Aktuellen Stunde des Gemeinderats, deren von den Grünen vorgegebenes Thema „Flugzeuge über Wien“ lautete. Umweltsprecher Rüdiger Maresch führte aus, dass Wien seine Bürger zwar vor dem Lärm schützen solle, andererseits als 20-Prozent-Eigentümer des Flughafens jährlich 8,4 Mio. Euro an Dividende kassiere. Der Effekt sei eine „Beschwichtigungsorgie“ gegenüber den Anrainern. Maresch warnte auch vor einer dritten Piste in Schwechat. Die Flugbewegungen könnten dadurch von jährlich 240.000 auf 460.000 Flugbewegungen steigen.

„Die FPÖ ist nicht bereit, die Beschwichtigungspolitik der SPÖ in diesem Bereich zu akzeptieren“, sagte FP-Gemeinderat Toni Mahdalik. Beim Mediationsverfahren für die dritte Piste in Schwechat sei „null und nichts“ herausgekommen. Pro Jahr würden die Flugbewegungen um zehn Prozent steigen. Ein zweiter Flughafen östlich von Wien sei daher dringend notwendig.

Alfred Hoch von der ÖVP verwies dagegen auf die wirtschaftliche Bedeutung des Flughafens für Wien, der allein im Süden der Stadt mehr als 5.000 Bewohnern Arbeitsplätze verschaffe. „Schlagen wir aus den berechtigten Sorgen der Bürgerinitiativen kein politisches Kapital, sondern versuchen wir, das Beste für Wien und seinen Wirtschaftsraum herauszuschlagen“, erklärte er.

SP-Gemeinderat Erich Valentin wies die Kritik zurück. Beim Mediationsverfahren seien beachtliche Verbesserungen erzielt worden. So gebe es nun ein Nachtflugverbot von 21.00 bis 7.00 Uhr. Insgesamt seien die Ladungen auf der immer wieder diskutierten Piste 11 in den vergangenen Jahren zurückgegangen, und zwar von 17.040 Landungen im Jahr 2004 auf 14.380 im Vorjahr.

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