Grillen kann gefährlich sein: Fünf Verletzte pro Tag

Grill-Zubehör kann zur gefährlichen Stolperfalle werden
Grill-Zubehör kann zur gefährlichen Stolperfalle werden - © bilderbox.at
Mit dem herannahenden Sommer kommt die Grillsaison wieder in Gang. Doch nicht immer endet das Grillvergnügen unfallfrei: Neben Verbrennungen kommt es vor allem zu Schnitt- und Sturzverletzungen, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit.

Rund 1.000 Österreicher verletzen sich jedes Jahr beim Grillen so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Umgerechnet auf die Grillsaison von April bis September sind das rund fünf Personen, die sich pro Tag beim Grillen verletzen. Rund 80 Prozent der Verletzten sind Männer, die Hälfte davon ist zwischen 20 und 40 Jahre alt.

Jeder zweite spitalsreif verletzte Hobbygriller (52%) zieht sich Verbrennungen zu, oft weil aus Ungeduld zu Spiritus oder Benzin als Zündhilfen gegriffen wird. “Flüssige Brennstoffe können zu Stichflammen führen und schwerste Verbrennungen zur Folge haben. Die Flüssigkeit verdampft auf den Kohlen zu einem hochexplosiven Gemisch, das sich rasend schnell ausbreitet, ehe es sich entzündet”, warnt Anton Dunzendorfer vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV).

Wie Grillzubehör schmerzhaft werden kann
16 Prozent der verletzten Grillfreunde ziehen sich offene Wunden zu. Klassische Verletzung dabei ist der Schnitt mit dem Messer bei den Vorbereitungsarbeiten. Zu Knochenbrüchen (13%) und Sehnen- und Muskelverletzungen (7%) kommt es häufig dann, wenn Grill-Liebhaber über scheinbar harmloses Grill-Zubehör oder das Grillgerät stolpern. Der Kohlensack, Holzstöße oder Gartenmöbel werden dann zur Stolperfalle, wenn sie dicht um den Grillplatz stehen.

Sicher Grillen
+ Immer unter freiem Himmel und niemals in geschlossenen Räumen oder unter Sonnenschirmen grillen. Beim Grillen auf Balkonen oder Terrassen den Griller auch nach dem scheinbaren Verglühen der Grillkohle im Freien stehen lassen und nicht in den Wohnraum stellen. Während die Kohlenmonoxid-Gase im Freien völlig ungefährlich sind, führen sie in geschlossenen Räumen zum Erstickungstod.

+ Neben Fingerspitzengefühl und Erfahrung braucht der erfolgreiche Grillprofi vor allem Geduld. Erst wenn eine weiße Ascheschicht die Holzkohle ziert, ist die richtige Grilltemperatur erreicht. Während des Grillens keine Kohle nachlegen. Solange die Grillkohle noch sichtbar brennt, werden Gase frei, die nicht an das Grillgut gelangen sollen.

+ Gute Zündhilfen bieten Anweisungen für den richtigen Gebrauch, etwa Angaben über die erforderliche Menge und die Art des Einsatzes. Sicher sind normierte feste Zündhilfen mit der Bezeichnung ÖNORM EN 1860 bzw. DIN 66358. Keinesfalls Ölofen-Zündhilfen verwenden, denn sie enthalten giftige Rauchinhaltsstoffe.

+ Hände weg von Spiritus und Benzin als Zündhilfen! Wer hektisch zu flüssigen Brennstoffen greift, um schneller an sein Steak zu kommen, riskiert Stichflammen und schwerste Verbrennungen.

+ Egal ob Holzkohlen-, Gas- oder Elektrogriller: Ein Kübel Wasser oder ein Feuerlöscher sollte immer griffbereit in der Nähe stehen.

Broschüre “Verbrennungen: Prävention und Erste Hilfe”
Das KfV hat gemeinsam mit der Intensivstation für Brandverletzte im AKH eine Broschüre herausgegeben, die auf 16 Seiten u.a. Tipps zum sicheren Grillen gibt. Einzelexemplare der Broschüre können auf www.kfv.at oder www.brandverletzt.info heruntergeladen werden.

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