Griechenland unterstützt Tadic in Kosovo-Frage

Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias hat in Belgrad die Haltung seines Landes in der Kosovo-Frage bekräftigt. Boris Tadic, Präsident Serbiens, freut sich über die Unterstützung.

“Der griechische Standpunkt ist bekannt: Unser Land ist immer für eine beiderseitig annehmbare Lösung eingetreten, die sich auf das Völkerrecht stützt, die Minderheitenrechte garantiert und keine Sieger und Besiegten schafft”, sagte Papoulias am Donnerstag nach einem Gespräch mit seinem serbischen Amtskollegen Boris Tadic. Griechenland gehört mit Spanien, der Slowakei und Zypern zu der Minderheit der EU-Staaten, welche die im Vorjahr von der albanischen Mehrheitsbevölkerung einseitig ausgerufene Unabhängigkeit der früheren serbischen Provinz Kosovo nicht anerkennen.

Tadic bedankte sich für den “prinzipiellen Standpunkt” Athens. “Für Serbien ist der griechische Standpunkt von außerordentlicher Tragweite. Auch in Serbien gibt es extreme politische Strukturen, die zu beweisen bemüht sind, dass das gesamte Europa gegen die Interessen Serbiens ausgerichtet wäre. Gerade dank Staaten wie Griechenland können wir darauf beharren, dass Europa auch unser Haus ist”, sagte der serbische Staatschef. Der größte Widerstand gegen die Europäische Union kommt in Serbien derzeit von der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei des Haager Angeklagten Vojislav Seselj und der nationalkonservativen Demokratischen Partei Serbiens des früheren Premiers Vojislav Kostunica. Serbien wolle weder den Anspruch auf Kosovo aufgeben noch auf eine Annäherung an die Europäische Union verzichten, versicherte Tadic.

Zu einem ersten Besuch in Brüssel hält sich am Donnerstag der einstige amtierende Chef der serbischen Ultranationalisten und Ex-Präsidentschaftskandidat Tomislav Nikolic, auf. Seit letztem Herbst steht Nikolic allerdings an der Spitze der wesentlich moderateren Serbischen Fortschrittlichen Partei (SNS). Mit EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn habe Nikolic die Möglichkeiten für die Hilfe der Union bei der Bewältigung der schweren Wirtschaftskrise in Serbien besprochen, teilte seine Partei in Belgrad mit. Von hohen EU-Funktionären habe er auch Zusicherungen erhalten, dass die Anerkennung des Kosovo seitens Serbiens von der Europäischen Union nicht zur Voraussetzung für die Fortsetzung des Prozesses der EU-Eingliederung gemacht werde, erklärte Nikolic laut SNS-Aussendung.

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