“Griaß eich! Heil Hitler!” zu Polizisten gesagt: Wiederbetätigungsprozess vertagt

Der Mann hatte zu Halloween Kinder durchs Stiegenhaus gejagt.
Der Mann hatte zu Halloween Kinder durchs Stiegenhaus gejagt. - © pixabay.com/rescueram3
Wegen der Einvernahme weiterer Zeugen wurde der Prozess gegen einen 61-Jährigen, der zu Halloween Kinder durchs Haus verfolgt und deren Begleiter bedroht hatte, erneut vertagt.

Der Schwurprozess gegen einen 61-jährigen Wiener Pensionisten wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung ist am Donnerstag wegen der Einvernahme weiterer Zeugen erneut vertagt worden. Der Mann hatte Polizisten mit “Griaß eich! Heil Hitler!” begrüßt und letzteres so lange im Stiegenhaus beziehungsweise vor einer Wohnhausanlage in Floridsdorf gerufen, bis er vorübergehend festgenommen wurde.

Einer der Polizisten soll nun beim nächsten Prozesstermin am 24. November aussagen. Da soll dann auch ein Urteil gefällt werden.

61-Jähriger wegen Wiederbetätigung vor Gericht

Der Angeklagte hatte den Polizeieinsatz ausgelöst, indem er am Abend des 31. Oktober 2016 Kinder, die sich zu Halloween verkleidet hatten, und ihre erwachsenen Begleiter mit einem Holzstock bedrohte und vom siebenten Stock bis ins Erdgeschoß verfolgte. Die Kinder hatten an seiner Wohnungstür geklopft und – einem mittlerweile auch in heimischen Gefilden üblichen Brauch gemäß – Süßigkeiten verlangt. Der Pensionist riss die Tür auf und schrie – so zumindest der Vorwurf der Anklagebehörde – “I schlog eich glei den Schädl ein”, wobei er den Stock gegen einen zehnjährigen Buben erhob, der vor Angst beinahe erstarrte.

Weil er einem erwachsenen Begleiter, der ihn deswegen zur Rede stellen wollte, im Zuge eines Handgemenges Verletzungen zufügte, wurde der 61-Jährige bereits in einem separaten bezirksgerichtlichen Verfahren zu sieben Monaten unbedingter Haft verurteilt. Der Pensionist weist 19 Vorstrafen auf. Vor dem Schwurgericht (Vorsitz: Christoph Bauer) ging es nun um die politische Dimension des Falls. Mit den “Heil Hitler”-Rufen hätte der Angeklagte Adolf Hitler und den Nationalsozialismus “glorifiziert”, betonte die Staatsanwältin beim Prozessauftakt. Derartiges öffentlich von sich zu geben, verstoße gegen das Verbotsgesetz.

(APA, Red.)

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