Grein und Trinkl waren Väter des Raiders-Erfolges

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Die Tiroler gewannen den Europokal
Die Tiroler gewannen den Europokal - © APA
Mit dem Eurobowl-Sieg vor 6.500 Zuschauern gelang den Innsbruckern die erfolgreiche Titelverteidigung in der “Champions League” der europäischen Amateur-Footballer. Der Sieg der Innsbrucker hatte viele Väter, herausragend waren aber Runnungback Florian Grein und Kicker Emanuel Trinkl.

Dass der 26-jährige Grein nach einem Kreuzbandriss im linken Knie mit einer Schiene einlief, merkte man dem 96-Kilo-“Bröckerl” nicht an. Mit 182 Yards und drei Touchdowns wurde Grein zum MVP, also zum wichtigsten Spieler des Finales gewählt. “Es ist einfach geil, wie die Mannschaft nach den schweren Verletzungen zusammengehalten hat. Mein besonderer Dank gilt der Defensive, die an diesem Abend perfekte Arbeit geleistet hat. Ohne diese Burschen wäre der Sieg nicht möglich gewesen”, sagte Grein, dessen Teamkollegen Matthew Epperson und Emanuel Marksteiner jeweils mit einem Knöchelbruch ausschieden.

Raiders-Manager Daniel Dielpinger war aber auch vom Auftritt des erst 19-jährigen Kickers Emanuel Trinkl beeindruckt. “Wie er vor dieser Kulisse und der gewaltigen Stimmung die Nerven behielt war einmalig.” Erst im Laufe der Meisterschaft wurde Trinkl von der zweiten Mannschaft geholt und für die Eurobowl nachnominiert. Der Raiders-Eigenbauspieler dankte es den Trainern mit drei perfekt gekickten Fieldgoals, eines sogar aus über 40 Yards. “Im Training im Winter hätte ich mir nicht vorstellen können, heuer schon in die erste Mannschaft aufzurücken. Und jetzt stehe ich plötzlich ganz oben”, freute sich Trinkl.

Auch “Freibeuter”-Cheftrainer Santos Carillo, der in seinem ersten Jahr als Headcoach schon die Eurobowl gewann, war sichtlich stolz. “Die Verteidigung eines Titels ist immer sehr schwer. Aber das sind großartige Jungs, die sich noch weiterentwickeln können und noch viel erreichen werden. Nach der Verletzung von unserem besten Receiver Epperson haben die Jungs unheimlich zusammengehalten. Wichtig war, dass wir unsere Konzentration auch in der zweiten Hälfte behielten.”

Überglücklich feierte auch Raiders-Präsidentin Elisabeth Swarovski mit ihren Footballern bei der After-Game-Party bis in den frühen Morgen: “Ich bin stolz auf diese Jungs. Wir können den Sieg und einen neuen Zuschauerrekord feiern. Wir haben bewiesen, dass Football voll gesellschaftsfähig ist. Jetzt gilt es, den Verein weiter zu entwickeln.” Swarovski bezeichnete die Raiders als Familienunternehmen, das sich zu einem Kleinunternehmen entwickelt hat: “Da braucht es auch ganz andere Strukturen.”

Ein besonderes Lob gab es auch von EFAF-Präsident Robert Huber, der den rund 7.000 Euro teuren Swarovski-Pokal, der der Vince-Lombardi-Trophy der Superbowl nachempfunden ist, den Tirolern überreichte: “Das Spiel hat gezeigt, dass es in Innsbruck ein sehr hohes Interesse an American Football gibt. Das Finale war eine große Werbung für unseren Sport. Es war ein tolles Spiel vor toller Kulisse und alles war perfekt organisiert.”

Doch in all dem Jubel um die Eurobowls gab es auch zwei tragische Helden. Epperson und Marksteiner mussten mit gebrochenen Knöcheln in die Privatklinik Hochrum gebracht erden, wo sie noch in der Nacht von Christian Fink operiert wurden. “Die Operationen sind gut verlaufen, es geht ihnen schon wieder gut”, beruhigte Dieplinger am Sonntagmittag.

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