Grande Finale mit Iron Maiden beim Rock in Vienna 2016

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Der Schlusstag des Rock In Vienna hatte es in sich.
Der Schlusstag des Rock In Vienna hatte es in sich. - © APA/Herbert P. Oczeret
Regen, Schlamm, Iron Maiden – so muss ein Festival enden. Die Fans trotzten am Sonntagabend Sturm und Schauern und feierten mit der britischen Kultband den großen Abschluss des Rockreigens auf der Wiener Donauinsel.

Mit härteren Klängen und einer nicht minder harten, weil Wind und Wetter trotzenden, Festival-Crowd feierte das zweite Rock in Vienna am Sonntag seinen lauten Abschluss.

Der große Headliner des Abends: Die Metal-Ikonen von Iron Maiden, die – stilvoll par excellence – am Vortag bereits mit der hauseigenen Boing 747 “Ed Force One” in Wien-Schwechat gelandet waren. Pilot der Maschine ist übrigens Maiden-Sänger Bruce Dickinson höchstpersönlich.

So laut war der Abschluss beim Rock in Vienna

Auch die weiteren Bands des Finaltags konnten sich sehen lassen – besonders Namen wie Dragonforce, Gojira, Powerwolf oder die deutsche Thrash-Metal-Band Kreator ließen die Fans der härteren Klänge auf die Donauinsel strömen.

Von Müdigkeit keine Spur, die Rock in Vienna-Besucher verbrannten auch am dritten Festivaltag ordentlich Energie, ein Moshpit folgte auf den nächsten, wie etwa dieser hier bei Kreator (für das Video bedanken wir uns bei den Kollegen des Ticket Magazins, Anm. der Redaktion):

Ein weiteres Highlight war definitiv die finnische Symphonic-Metal-Band Nightwish. Unverkennbar sammelten sich neben den Iron Maiden-T-Shirtträgern auch zahlreiche Leiberl mit kursiv geschwungenen “Nightwish”-Lettern im Wavebreaker, die Fans fieberten dem dunkel-schönen Stelldichein mit Floor Jansen und ihren Mannen entgegen – und wurden nicht enttäuscht: Gäbe es einen Schwarzen Gurt im Headbangen, die niederländische Sängerin Jansen hätte ihn allemal. Kaum eine Frontfrau schafft es wohl, das Publikum so mitzureißen und gleichzeitig in hochhackigen Schuhen und mit wehend-schwarzem Haar solch hohe Tonlagen zu erreichen, die das typische Markenzeichen der Band sind. Dazu lieferten die märchenhaft-träumerischen, Herr-der-Ringe-anmutenden Clips auf der Videowall die passende Bebilderung, ganz wie man es von Nightwish gewohnt ist.

Die Fans sangen lauthals mit, auch wenn Evergreens wie “Sleeping Sun” oder “Wishmaster” leider zeitlich nicht mehr ins Set gepasst hatten.

In Extremo brachen Auftritt wegen Unwetter ab

Denn eine nahende Sturmfront trübte den Rockreigen kurzzeitig, das Kaiserwetter der beiden Vortage hielt trotz aller Bemühung nicht an, Sturmwolken brauten sich über der Insel zusammen.

Am frühen Abend ging es dann endgültig mit dem Unwetter los. Die deutschen Mittelalter-Rocker von In Extremo ließen davor den Dudelsack auf der Mindstage erklingen, und Frontsänger Michael Rhein begrüßte die Fans herzlich: “Es ist schön, wieder hier zu sein, Wien ist immer eine Reise wert!” Lauthals sang die Menge noch “Mein rasend Herz”, den “Zigeunerskat” oder “Himmel und Hölle” mit, auch gab es Auszüge aus dem brandneuen Album “Quid Pro Quo” (Universal) zu hören – als das Wetter der guten Stimmung leider einen Strich durch die Rechnung machte und die Show beendet werden musste.

In Extremo meldeten sich danach via Video zu Wort, entschuldigten sich bei den Fans, räumten aber ein, dass es die “richtige Entscheidung” der Veranstalter war, das Konzert abzubrechen:

Ein kleiner Trost für die Wiener In Extremo-Fans: Am 28. September gibt es ein Wiedersehen im Gasometer.

“Scream for me, Vienna!” – Krönender Schluss mit Iron Maiden

Die Festivalbesucher ließen sich jedoch nicht vertreiben und trotzten dem Platzregen – wofür sie auch belohnt wurden: Die Show von Iron Maiden konnte nach wettermäßiger Beruhigung planmäßig starten und machte die Regenmühsalen wieder wett: “”F*** the rain, scream for me, Vienna!”, lautete die Kampfansage von Sänger Bruce Dickinson, der ohne große Attitüde in Hoodie und Baggypants über die Bühne sprang.

“The Book Of Souls” nennt sich ihr aktuelles Album, das sich thematisch dem Niedergang der Maya widmet – und entsprechend hatte man – O-Ton Dickinson – für die Bühnengestaltung das British Museum ausgeräumt. Dass auch entsprechend viele neue Nummern beim Konzert zum Zug kamen, störte die Fans nicht. Sowohl bei “Death Or Glory” als auch bei “Speed Of Light” sowie der dem verstorbenen Komiker Robin Williams gewidmeten Nummer “Tears Of A Clown” wurde textsicher mitgegröhlt.

Neue Songs und alte Hits auf der Donauinsel

Die Klassiker kamen dann doch noch: “Powerslave”, “Hallowed Be Thy Name”, “Fear Of The Dark”, “The Trooper” und natürlich als eine der Zugaben “Number Of The Beast”. Dass man selbst nicht mehr zu den jüngsten Semestern zählt, verdeutlichte das Geburtstagsständchen, das Dickinson für seinen Drummer Nicko McBrain kurz anstimmte: “When I’m 64” von den Beatles.

Generationenübergreifendes Headbangen auf der Donauinsel beendete den letzten Tag des Festivals, die Iron Maiden “Bloodbrothers” wurden schließlich zu den Klängen von Monty Pythons “Always Look On The Bright Side Of Life” heimgeschickt.

Fazit: Einen besseren Abschluss hätte man für das Festival wohl nicht wählen können, das diesjährige Rock in Vienna-Line Up hatte es in sich. Man darf gespannt sein, was 2017 bringen wird.

(Red./APA)

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