Google greift Amazon und Apple an: Neue Geräte mit Künstlicher Intelligenz

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Mit diesen Geräten greift Google an. - © APA

Der Internet-Riese Google geht im Geräte-Geschäft in die Offensive. Künstliche Intelligenz soll die Technik smarter machen als bei Apple, Amazon oder Samsung. Zudem sollen damit Dienste des Internet-Riesen wie der Google Assistant die Nutzer durch deren gesamten Alltag begleiten.

Google stellte am Mittwoch neben neuen Smartphone-Modellen auch zwei vernetzte Lautsprecher sowie eine kleine Kamera vor, die selbst entscheiden soll, wann sie einen Schnappschuss oder ein kleines Video aufnehmen soll. In den meisten Geräten ist auch der Google Assistant an Bord, mit dem sich der Nutzer unterhalten kann.

Google Smartphone “Pixel 2”

Ein Jahr nach seinen ersten “Pixel”-Smartphones stellte der Internet-Konzern am Mittwoch ein “Pixel 2” in ähnlicher Größe sowie eine XL-Version mit 6-Zoll-Bildschirm vor. Bei ihr füllt das Display fast die gesamte Frontseite des Geräts bis auf Streifen für Lautsprecher am oberen und unteren Ende aus.

Künstliche Intelligenz

Während die Google bei den Geräten auf eher schlichtes Design setzt, soll die Expertise bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz den Unterschied machen. So ist in die Geräte der sprechende Google Assistant integriert. Die neue Funktion “Google Lens”, bei der Inhalte im Bild erkannt werden können, funktioniert zunächst nur in der Foto-App – später soll es aber reichen, einfach die Smartphone-Kamera zum Beispiel auf ein Objekt oder ein Gebäude zu richten.

Video: Google Pixel 2 & Google Pixel 2 XL Livestream

Automatische Musikerkennung

Eine neue Anwendung für seine lernenden Maschinen findet Google bei der automatischen Musikerkennung: Bei eingeschalteter Funktion identifiziert das Telefon alle Songs, die in seiner Umgebung laufen und blendet die Titel ein. Über die Benachrichtigungen können sie dann zum Beispiel bei der hauseigenen Videoplattform YouTube abgerufen werden. Zum Erkennen sind “Fingerabdrücke” von zehntausenden Songs direkt auf dem Gerät gespeichert und werden wöchentlich aktualisiert.

Kamera mit spezieller “Porträt”-Funktion

Bei der Kamera bekommen die “Pixels” nun auch die zuvor von Apple eingeführte “Porträt”-Funktion, bei der der Hintergrund per Software verschwommen dargestellt wird. Dadurch sollen die Smartphone-Fotos denen von einer Spiegelreflexkamera ähnlich sehen. Apples iPhones nutzen dafür eine Doppel-Kamera – Google erklärt stattdessen, dank eines Bildsensors mit kombinierten Pixeln mit nur einer Linse auszukommen. Zusätzlich wird der “Porträt”-Effekt auch für die Selfie-Kamera eingeführt – allerdings nur per Software erstellt.

Kooperation mit LG und HTC

Das kleinere “Pixel 2” lässt Google wie das Vorjahresmodell vom Smartphone-Spezialisten HTC fertigen, die XL-Version wird von LG gebaut. Von einem HTC-Gerät bekamen die neuen “Pixel” auch eine ungewöhnliche Bedienfunktion. Drückt man die Telefone in der unteren Hälfte zusammen, wird der Google Assistant aktiviert. Dabei hat man das Gefühl, dass das Aluminium-Gehäuse nachgibt – das ist aber nur ein Effekt, der von kleinen Motoren erzeugt wird. Anders als Apple bei seinem neuen iPhone X setzt Google bei den “Pixel 2”-Modellen weiterhin auf den Fingerabdruck-Sensor statt Gesichtserkennung und verzichtet auf kabelloses Laden. Das “Pixel 2” wird vermutlich ab 799 Euro verkauft und die XL-Version ab 939 Euro.

Smart-Home: Angriff auf Amazon

Neben Smartphones gehört zum Angebot auch der smarte Lautsprecher Google Home. Davon gibt es zum Weihnachtsgeschäft neu eine Mini-Version zum Kampfpreis von 50 Dollar. Außerdem kündigte der Konzern das 399 Dollar teure Modell Google Home Max an, bei dem künstliche Intelligenz dabei helfen soll, den Hifi-Sound an den jeweiligen Raum anzupassen. In diesem Segment greift Google jetzt Amazon mit seinen Echo-Modellen an.

PixelBook – ein Hybrid aus Tablet und Laptop

Als erstes Hybridgerät aus Laptop und Tablet mit dem Google Assistant an Bord wurde das PixelBook mit 12,3-Zoll-Bildschirm zum Preis von 999 Dollar vorgestellt. Ein innovatives Gerät ist die Kamera Google Clips, die selbst entscheidet, wann sie sieben Sekunden lange Videos aufnimmt, aus denen der Nutzer dann auch Fotos aussuchen können. Die 249 Dollar teure Kamera kann auch Menschen und Tiere erkennen. Google betont, dass die Daten grundsätzlich verschlüsselt auf dem Gerät bleiben, bis man sie zum Bearbeiten auf ein Smartphone exportiert.