Gesundheitsministerin will verdeckte Kontrollen in Arztpraxen abschaffen

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Gesundheitsministerin Hartinger-Klein will das "Mystery Shopping" in Arztpraxen abschaffen.
Gesundheitsministerin Hartinger-Klein will das "Mystery Shopping" in Arztpraxen abschaffen. - © APA/GEORG HOCHMUTH
Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) will die verdeckten Kontrollen (Mystery Shopping) in Arztpraxen wieder abschaffen. Erst 2016 wurden die Kontrollen durch verdeckte Ermittler der Sozialversicherung wieder eingeführt.

Die verdeckten Kontrollen in Arztpraxen seien “nicht vertrauensbildend zwischen Vertragspartnern”, kündigte Hartinger-Klein in der “Ärzte Krone” an.

“Vertrauen darf nicht missbraucht werden. Es gibt andere Möglichkeiten zur Kontrolle, um schwarze Schafe zu finden”, so die Ministerin. Von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) bekam sie dafür auf Facebook Applaus. Strache gibt dort auch zu, dass man damit “eine Forderung der Ärzteschaft umsetzen” will. “Gut so! Bravo, Frau Bundesminister!”, schreibt der FPÖ-Chef. Die Ärzteschaft hatte von Beginn an gegen das Mystery Shopping in Arztpraxen protestiert.

Verdeckte Kontrollen in österreichischen Arztpraxen seit dem Vorjahr

Die Krankenkasse schicken verdeckten Kontrollore, die etwa gegen das leichtfertige Ausstellung von Krankschreibungen vorgehen sollen. Ziel ist es, Sozialbetrug durch nicht gerechtfertigte Krankenstände oder Missbrauch von E-Cards zu verhindern. Aber auch die Verkürzung von Wartezeiten, Abrechnungsbetrug und das ungerechtfertigte Ausstellen von Zuweisungen, Rezepten, Verordnungen und anderem durch Ordinationshilfen sollen geprüft werden. Kontrolliert werden niedergelassene Ärzte, Spitäler, Apotheken, Hausapotheken und alle anderen Vertragspartner der Kassen.

In den Apotheken sollen die Prüfer der Frage nachgehen, ob die Arzneimittel wie vom Arzt verschrieben abgegeben werden beziehungsweise ob mit diesem Rücksprache gehalten wird. Und nicht zuletzt, ob die Patienten auch entsprechend beraten werden, wenn ihnen ein Arzneimittel ausgehändigt wird.

Ärztekammer erleichtert über Abschaffung

Mit Erleichterung reagiert die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) auf die Ankündigung von Gesundheitsministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ), das sogenannte Mystery Shopping abzuschaffen. Vizepräsident Johannes Steinhart gratulierte der Ministerin und sagte: “Sie hat erkannt, dass das Mystery Shopping eine unwürdige Gängelung darstellt, die in einer Vertragspartner-Beziehung einfach nichts verloren hat.”

(APA/Red)

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