“GeschichtenOrt Hofburg”: Freiluft-Ausstellung am Hofburg-Areal

Eine Freiluft-Ausstellung startet am Donnerstag am Hofburg-Areal
Eine Freiluft-Ausstellung startet am Donnerstag am Hofburg-Areal - © APA
Mit 20 Installationen wird die politische und kulturelle Geschichte der Wiener Hofburg und das Areal im näheren Umfeld bis Ende Oktober 2016 im Zuge einer Ausstellung beleuchtet werden.

“GeschichtenOrt Hofburg” nennt sich die Ausstellung, die am Donnerstag startet und den Brennpunkt der österreichischen Geschichte für seine Besucher in den Vordergrund stellen will.

Größer als vermutet: Das Hofburg-Areal als Ausstellungfläche

Rund 20 Millionen Menschen bewegen sich jährlich über das Hofburg-Areal, wobei dieses hauptsächlich als jene Fläche wahrgenommen wird, auf der sich tatsächlich auch die Hofburg befindet. Doch eigentlich ist es größer als gedacht: Es erstreckt sich vom Josefsplatz bis zum Museumsquartier, wo einst die Hofstallungen untergebracht waren, bzw. vom Volksgarten bis zum Burggarten. Ziel der Ausstellung sei, “ein Verständnis” zu erzeugen, wie Burghauptmann Reinhold Sahl bei einer Presseführung erklärte: “Insgesamt geht es darum, das Areal als Areal besser begreifbar zu machen.”

Dies soll mithilfe von 20, auf dem gesamten Gelände verteilt positionierten Installationen geschehen. Diese widmen sich der politischen und kulturellen Geschichte des Areals – allerdings nicht in Form einer Auflistung bekannter Ereignisse, sondern vielmehr in Form von Details – Alltagsthemen, in welche “die Hofburg involviert” war, so Sahl. So soll auch die Aufenthaltsdauer und -qualität der Besucher auf dem Areal erhöht werden.

“Spots” wie “Perspektiven der Gerechtigkeit” und “Schlüssel zur Hofburg”

Die Installationen werden von den Ausstellungskuratorinnen, den Kunsthistorikerinnen Ingrid Holzschuh und Maria Welzig, “Spots” genannt. Es wird jeweils ein bezeichnendes Ereignis beleuchtet, das an genau jenem Standort, an dem sich der Spot befindet, stattgefunden hat. Im Inneren Burghof geht es zum Beispiel um “Spiele im Burghof”, war der Platz doch über Jahrhunderte hinweg Schauplatz von repräsentativen höfischen Veranstaltungen, Turnieren, Pferdeballetten, Freilufttheateraufführungen oder winterlichen Schlittenfahrten.

Einige Meter weiter, beim Durchgang zum Burghof, befindet sich die Station “Schlüssel zur Hofburg”. Dort hängt in einem kleinen Schaukasten “ein echter Schlüssel zur Hofburg”, wie Holzschuh versicherte. Thematisch geht es um die Rolle der Hofburg in der Besatzungszeit: Während die Russen hier residierten, schlugen die Amerikaner im Museumsquartier ihr Lager auf. Die geschichtlichen Informationen werden mit Erinnerungen eines Mitarbeiters der Burghauptmannschaft lebendig gemacht, der zu jener Zeit bereits in der Hofburg arbeitete. Eine weitere Station widmet sich beispielsweise den Toleranzpatenten von Kaiser Joseph II, am Heldenplatz geht es um die “Perspektiven der Gerechtigkeit” zur NS-Zeit.

Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Das Besondere an der Schau, bei der auch der Bogen zwischen Vergangenheit und Gegenwart gespannt werden soll: “Wir wollen nicht nur etwas erzählen”, erklärte Welzig. Vielmehr können die Besucher bei jeder Station interagieren: Im Burghof gibt es etwa ein mehrstufiges bebildertes Podest, das eine Bühne symbolisieren soll und betreten werden kann. Vor dem Äußeren Burgtor fungiert die Installation gleichzeitig auch als Bank.

Offiziell läuft die Schau bis 26. Oktober, einige Elemente könnten aber auch darüber hinaus bleiben, wie Sahl in Aussicht stellte. Denn “GeschichtenOrt Hofburg” ist eine erste öffentliche Präsentation des Projekts “Themenwege Hofburg”, bei dem ein neues und effizienteres Wege- bzw. Leitsystem für das Areal erarbeitet wird. In den nächsten Jahren soll dazu das Angebot virtueller werden: So wird an einem Mediaguide gearbeitet, der die Thematik multimedial vertiefen soll.

(APA/Red.)

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