Geschichte der Winterspiele: 1952 – 1964

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OSLO 1952:Die alpinen Bewerbe in der Heimat Stein Eriksens wurden zu rot-weiß-roten Festspielen. Die Ausbeute: Zweimal Gold, dreimal Silber und zweimal Bronze. Othmar Schneider gewann den Slalom und wurde in der Abfahrt Zweiter, Trude Jochum-Beiser wurde Olympiasiegerin in der Abfahrt.

Für die weiteren Medaillen sorgten Dagmar Rom (Silber/RTL), Christian Pravda (Silber/RTL, Bronze/ Abfahrt) und Toni Spiess (Bronze/RTL). Die Reihe der erfolgreichen Eiskunstläufer setzte Helmut Seibt mit dem Gewinn der Silbermedaille fort. Zum ersten Mal brannte auch über den Winterspielen eine Olympische Flamme. Mit 16 Medaillen stellten die Gastgeber die herausragende Equipe, aus der der Eisschnellläufer Hjalamar Andersen mit dreimal Gold herausragte. 30 Nationen stellten 694 Sportler.

CORTINA D’AMPEZZO 1956:
Es waren die Spiele des Toni Sailer. Dreimal strahlte der damals 20-Jährige binnen sechs Tagen von der obersten Stufe des Siegespodests. Er gewann den Riesentorlauf, den Slalom und auch die Abfahrt. Der Riesentorlauf der Männer war überhaupt fest in österreichischer Hand, denn durch Anderl Molterer und Walter Schuster gingen auch Silber und Bronze an “Rot-Weiß-Rot“. Insgesamt elf Medaillen (das vierte Gold durch Sissy Schwarz/Kurt Oppelt im Eiskunstlauf) wurden gewonnen. Damit belegte Österreich Rang zwei in der Länder-Wertung. Hinter einer Nation, die erstmals teilnahm und sofort die Vormachtstellung übernahm, die sie bis 1968 nicht mehr abgab: Der Sowjetunion. 16 Medaillen holten ihre Athleten. 820 Sportler aus 32 Nationen weilten in Cortina.

SQUAW VALLEY 1960:
Für Österreich nach dem Medaillenregen von Cortina gute, aber nicht herausragende Spiele. Die einzige Goldmedaille ging auf das Konto von Ernst Hinterseer. Der Tiroler gewann sie am letzten Tag, dem 28. Februar 1960, im Slalom. Zuvor hatte er schon Bronze im Riesentorlauf geholt. Insgesamt sechs Medaillen gab es für Österreich, eine davon erstmals im Skispringen – Bronze durch Otto Leodolter. Die Nationenwertung ging wieder an die Sowjetunion, die aus dem Ringen von 665 Sportlern aus 30 Ländern 21 Medaillen heimbrachte. Erfolgreichster Wettkämpfer: Ski-Langläufer Veikko Hakulinen (FIN) mit je einmal Gold, Silber und Bronze.

INNSBRUCK 1964:
Erstmals wurden die Winterspiele in Österreich ausgetragen. Mit zwölf Medaillen (viermal Gold, fünfmal Silber und dreimal Bronze) stellten die heimischen Athleten eine Rekordmarke auf, die erst 28 Jahre später übertroffen werden sollte. Die Herren-Abfahrt vom Patscherkofel wurde überschattet vom tödlichen Trainingsunfall des Australiers Ross Milne. “Ich musste diesen Sturz verdrängen“, meinte der spätere Sieger Egon Zimmermann, übrigens Österreichs erster Olympiasieger in der alpinen Königsdisziplin. Die Damen-Abfahrt wurde zum Festival in Rot-Weiß-Rot: Christl Haas siegte vor Edith Zimmermann und Traudl Hecher. Im Slalom der Herren setzte sich Pepi Stiegler durch, der im Riesentorlauf auch noch Dritter wurde. Für die vierte Siegesfeier sorgte das Rodel-Duo Josef Feistmantl/Manfred Stengl.

Zum ersten Mal in der Geschichte wurde in Innsbruck die Grenze von tausend Teilnehmern übersprungen. 1.091 Athleten nahmen an den Wettkämpfen in Tirol teil, die Sowjetunion stellte mit 24 Medaillen die stärkste Mannschaft, deren Goldstück Lidija Skoblikowa mit vier Eisschnelllauf-Siegen war.

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