Gerüchte um massiven Umbau der OÖ Museumslandschaft

Eine Bestätigung diverser Pläne steht noch aus
Eine Bestätigung diverser Pläne steht noch aus - © APA
Die oberösterreichische Museumslandschaft könnte vor einem Umbruch stehen: Wie die “Oberösterreichischen Nachrichten” (OÖN) am Mittwoch berichteten, soll die Landesgalerie ins Schlossmuseum übersiedeln und mit diesem stärker verschränkt werden. Zudem sei angedacht, die Bestände mit jenen des städtischen Kunstmuseums Lentos zusammenzulegen. Eine offizielle Bestätigung der Pläne steht noch aus.

Laut OÖN soll vor allem die fotografische Sammlung der Landesgalerie für das Lentos von großem Interesse sein. In den freiwerdenden Standort der Landesgalerie soll dann das Biologiezentrum nachrücken, das derzeit am Stadtrand beheimatet ist und seit längerem mit niedrigen Besucherzahlen kämpft. Der zentralere Standort soll mehr Aufmerksamkeit und damit ein größeres Besuchervolumen generieren, so die Überlegung. Zudem sei geplant, das Biologiezentrum inhaltlich an die Johannes Kepler Universität (JKU) Linz zu knüpfen – mit dem Ziel, eine Art oberösterreichisches “Haus der Natur” zu schaffen. Das derzeitige Quartier des Biologiezentrums in Linz-Dornach solle verkauft werden, heißt es in dem Artikel.

Die durchgesickerten Umbaupläne wurden den OÖN aber vorerst nicht bestätigt. Auch auf APA-Anfrage am Mittwoch blieb das Echo verhalten: Sowohl von den Landesmuseen als auch vom Lentos gab es keine Stellungnahme. Im Büro des für Kultur zuständigen Landeshauptmannes Thomas Stelzer (ÖVP) hieß es: “Es laufen derzeit Gespräche über eine Neuaufstellung, um das Kulturland OÖ zukunftsfit zu machen. Ziel ist es, Synergien zu heben, Zweigleisigkeiten in der Verwaltung abzustellen und mehr Publikumszuspruch zu erlangen. Die Ergebnisse dieses Prozesses werden dann zum gegebenen Zeitpunkt präsentiert.” Mehr Details wollte er dazu nicht bekanntgeben. Gerüchte über eine Schließung der Landesgalerie dementierte Stelzer jedoch gegenüber den OÖN: “Nein. Das wird auf keinen Fall passieren.”

Hintergrund ist, dass Stelzer zuletzt Einsparungen im Kulturbereich angekündigt hatte und dabei zunächst auf Umstrukturierungen setzt. Auch steht seit Längerem die Idee im Raum, dass die Kultureinrichtungen von Stadt Linz und Land Oberösterreich in Bereichen wie Marketing oder Vertrieb zusammenarbeiten sollen.

In einem OÖN-Interview hatte er vor Kurzem festgehalten, das heurige Kulturbudget des Landes von 194 Millionen Euro sei für 2018 nicht zu halten. Von minus zehn Prozent ist die Rede. Er will alle Sommer-Festivals neu auf deren Relevanz prüfen und die besten davon unter dem Arbeitstitel “Oberösterreichischer Kultursommer” bewerben lassen. Zudem kündigte er damals bereits an, dass man mit den Linzer Stadtmuseen kooperieren wolle: “Mir fällt kein Stein aus der Krone, wenn wir Teile, die bisher vom Land betrieben wurden, an ein städtisches Haus übertragen, das dadurch die Chance hat, aufzufallen.” Auch im Landestheater soll offenbar der Sparstift angesetzt werden. Die Grünen haben für morgen, Donnerstag, eine Anfrage an Stelzer im Landtag angekündigt. Sie wollen wissen, ob es tatsächlich Pläne gebe, das Kulturbudget 2018 um 10 Prozent zu kürzen und welche Bereiche konkret betroffen seien.

(APA)

Leserreporter
Bild an VOL.AT schicken


0Kommentare

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar - dieser wird nach einer Prüfung von uns freigeschaltet. Beachten Sie, dass dies gerade an Wochenenden etwas länger dauern kann. Kommentare von registrierten Usern werden sofort freigeschaltet - hier registrieren!

noch 1000 Zeichen
Werbung