15. August 2008 11:41; Akt.: 15.08.2008 11:41

Georgien meldet erneut russischen Raketenbeschuss

Georgien meldet erneut russischen Raketenbeschuss © APA
Russische Truppen haben nach georgischen Angaben am Freitag erneut Ziele in Georgien mit Kurzstreckenraketen beschossen. Auf Gori und die Hafenstadt Poti sei je eine Rakete vom Typ SS-26 Iskander abgefeuert worden, hieß es seitens des georgischen Innenministeriums in Tiflis.

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Eine dritte Rakete sei nahe der Pipeline nach Supsa eingeschlagen. Angaben zu Schäden wurden nicht gemacht.

Außerdem rückte die russische Armee mit zwei Panzerwagen, zwei Hubschraubern und 20 Lastwagen erneut in den Stützpunkt der georgischen Küstenwache in Poti ein, teilte die Grenzpolizei mit. Die Russen waren in den vergangenen Tagen mehrfach nach Poti eingedrungen und hatten georgische Schiffe im Hafen versenkt.

US-Außenministerin Rice ist am Freitag zu Gesprächen über den Kaukasus-Konflikt in Tiflis eingetroffen. Sie sieht Klärungsbedarf bei dem Waffenstillstandsabkommen, damit georgische Interessen geschützt werden. Wichtigstes Ziel sei der Abzug der russischen Truppen aus Georgien, sagte Rice. Sie warnte Russland vor einer “vertieften Isolation”, sollte Moskau den Waffenstillstand weiter verletzen. Die US-Außenministerin wird im Laufe des Tages den georgischen Präsidenten Saakaschwili treffen. Die deutsche Kanzlerin Merkel flog unterdessen in den russischen Schwarzmeerort Sotschi, wo sie mit dem russischen Präsidenten Medwedew über den Konflikt beraten will.

Unbekannte haben nahe der südossetischen Stadt Gori zwei Fahrzeuge von UNO-Flüchtlingshelfern gestohlen. Die Täter hätten die Fahrzeuge vor der Stadtgrenze gestoppt, die beiden Mitarbeiter bedroht und zur Herausgabe der Schlüssel gezwungen, teilte das UNO-Flüchtlingskommissariat UNHCR am Freitag in Genf mit. Die UNHCR-Mitarbeiter bleiben unverletzt. Die Autos wurden später sichergestellt. Das Hilfswerk will trotz des Überfalls die Arbeit im Kaukasus fortsetzen.

Das UNHCR brachte bisher 66 Tonnen Hilfsgüter in die Region. Schätzungen zufolge sind rund 115.000 Menschen vor den blutigen Auseinandersetzungen zwischen georgischen, süossetischen und russischen Kämpfern auf der Flucht und brauchen Hilfe.


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