Generalsanierung der Zentralfeuerwache: Halbzeit

Die Arbeiten schreiten voran.
Die Arbeiten schreiten voran. - © APA
Der 50 Millionen Euro teure Umbau in der Innenstadt soll bis Ende 2012 fertig sein. Die Generalsanierung der 15.000 m² großen Fläche stellt dabei eine logistische Herausforderung dar.

Halbzeit für die Wiener Berufsfeuerwehr bei der Sanierung ihres logistischen Herzstücks: Bis Ende 2012 wird der aus drei historischen Gebäuden bestehende Komplex der Zentralfeuerwache Am Hof im Zentrum der City für 50 Mio. Euro adaptiert sein. Nach einigen Rückschlägen durch Unfälle, archäologische Funde und den Besuch des Papstes zeigten sich die Verantwortlichen am Dienstag vor Journalisten zuversichtlich, fristgerecht im neuen/alten Heim residieren zu können.

Knapp 100 Einsatzkräfte versehen in der Zentralfeuerwache während der Arbeiten wie gewohnt jeden Tag ihren Dienst. Hier finden sich die Nachrichtenzentrale, in der alle 122-Notrufe eintreffen, die Einsatzleiter für Großeinsätze, die Atemschutzwerkstatt, ein Teil der Kleiderkammer und Fahrzeughallen am Hof sowie im rückseitigen Teil des Komplexes zum Tiefen Graben. Überdies wird die Gruppenwache Neubau und die Zugswache Landstraße mitverwaltet.

Feuerwehrmuseum ab Juni

15.000 Quadratmeter Fläche nutzt die Berufsfeuerwehr allein an diesem Standort, unterstrich Branddirektor Gerald Hillinger. Entsprechend stellt die Generalsanierung des Komplexes eine logistische Herausforderung dar, da die Mitarbeiter je nach Arbeitsstand in bestimmten Bereichen des Areals konzentriert sind.

Die Anlage besteht aus drei einzelnen Bauten. Das Gebäude Am Hof 7 aus dem Jahr 1730 wurde 1935 übernommen und ist bereits weitgehend fertiggestellt. Hier findet sich ab 1. Juni auch das neue Feuerwehrmuseum, das mit Artefakten aus vier Jahrhunderten Brandbekämpfungsgeschichte aufwartet.

1686 erste Feuerknechte

Im Haus Nr. 9 befanden sich bereits 1686, dem Gründungsjahr der Wiener Berufsfeuerwehr, die ersten vier Feuerknechte. Das nebenliegende Gebäude Nr. 10 wird hingegen seit 1884 von der Feuerwehr genutzt. Dieses wurde bis 2007 von der markanten Figurengruppe “Tapferkeit und Beharrlichkeit” gekrönt, welche die vergoldete Weltkugel samt kaiserlichem Monogramm auf ihren Schultern trug. Sie wurde jedoch bei dem tragischen Kranunfall im Juni 2007 zerstört, als während eines schweren Unwetters das gigantische Arbeitsgerät auf das Gebäude stürzte, wobei der Kranführer getötet wurde. Die Skulpturen werden rekonstruiert.

Dies ist ein Grund, weshalb sich die Kosten für den Umbau gegenüber den ersten Schätzungen auf 50 Mio. Euro empfindlich verteuert haben. Auch archäologische Funde aus dem römischen Heerlager Vindobona verzögerten den Fortgang der Arbeiten und selbst der Papst trug sein Scherflein dazu bei. Für den 2007 erfolgten Besuch des Kirchenoberhaupts in der Bundeshauptstadt samt Messe auf dem Platz Am Hof mussten Teile der Baustelle beschleunigt fertiggestellt werden.

Am Hof 7, 1010 Wien, Austria

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