Gemeinsamer Franz Liszt Kulturweg ist geplant

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Gemeinsamer Franz Liszt Kulturweg ist geplant
© Ungarisches Tourismusamt
Am Ende 2015 haben Landesrat Helmut Bieler, als für Kultur zuständiges Mitglied der burgenländischen Landesregierung und dr. János Perényi, Botschafter von Ungarn in Wien gemeinsame Projekte in der pannonischen Region erörtert, vor allem Eckpunkte für einen Franz Liszt-Kulturweg festgesetzt.

Mit der geplanten Route erzielen Ungarn und Burgenland, die Lebensorte des Komponisten und Klaviervirtuosen im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projektes darzustellen, dadurch sein Lebenswerk und Persönlichkeit für die europäische Öffentlichkeit wachzurufen und eine kulturtouristische Region im Zeichen des Liszt-Kultes zu gestalten.

Laut den Projektpartnern soll die Liszt-Route zu den Kulturwegen des Europarats aufgenommen werden. Das seit 2007 laufende Programm beinhaltet derzeit mehr als 30 Wege europaweit – u.a. die Mozart-Route in Österreich. Der geplante Liszt-Weg steht somit im Einklang mit der gemeinsamen Bestrebung der beiden Regierungen, aufgrund der langjährigen freundschaftlichen Beziehungen vielfältige grenzüberschreitende Projekte zu verwirklichen – auch in europäischen Rahmen.

Als ungarische Säulen des Projekts gelten die Franz Liszt Musikakademie in Budapest, bzw. ihr Institut, das Liszt Gedenkmuseum und Forschungszentrum – ein Knotenpunkt der Liszt-Anhänger in dem Land. Das Museum pflegt seit Jahrzehnten intensive Kontakte mit dem Geburtshaus des Komponisten in Raiding, sowie mit dem Landesmuseum Eisenstadt, wo derzeit Dr. Martin Czernin federführend die Liszt-Erbe vertritt und kuratiert. Als Vorgeschmack zu künftigen Projekten im Rahmen des Kulturweges planen die beiden Museen, im Juni 2016 in Maribor an einer gemeinsamen Ausstellung teilzunehmen, wo man sich an das dortige Konzert des Klaviervirtuosen im Jahre 1846 erinnert. Die Ausstellung wird im Oktober mit einer internationalen Konferenz verbunden. Ebenfalls im Zeichen des europäischen Liszt-Kultes wird die temporäre Sammlung des Budapester Museums, die von ungarischen und französischen Kuratoren vorbereitet wurde, heuer in Chateauroux dargestellt.

Der Liszt-Kulturweg wird sich nach Vorstellungen der Projektpartner auf mehreren Ebenen und in verschiedenen Themenbereichen verzweigen. Es werden gemeinsame Festivals, Konzerte, Ausstellungen und Konferenzen geplant, die nicht nur die europäische Gesinnung und Auswirkung von Liszt in Erinnerung rufen, sondern hoffentlich auch zum Treffpunkt internationaler kultureller Institutionen und zum Ausgangspunkt von persönlichen Beziehungen unter den Musikfreunden werden. In diesem Sinne regt das Budapester Museum zu engen Kontakten unter den Liszt-Gedenkorten, wie Raiding, Weimar und Bayreuth an. Ebenso haben weitere „Liszt-Städte“ – u.a. Schillingsfürst, Albano, Tivoli, Florenz, Chateauroux – ihre Bereitschaft zur Teilnahme signalisiert. Dieser Kreis kann sich später mit weiteren europäischen Städten und Ländern erweitern – wo der Komponist gelebt, gewirkt hatte und wo seine Tradition auch heutzutage gepflegt wird. Die Anknüpfungen zwischen diesen Orten können durch Wanderausstellungen, Konzerte, sowie Vorträge und Treffen in den einzelnen Liszt-Gedenkhäusern lebendiger werden. Dem gleichen Ziel dienen Konzerte unter Mitwirkung von StudentInnen der betroffenen Musikakademien, wie die Gründung eines Liszt-Orchesters mit zeitgenössischen Musikinstrumenten. Zugleich soll der Kulturweg auch im virtuellen Raum durch digitale Ausstellungen und gemeinsame Programme verwirklicht werden.

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